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brauch mußte stark um sich gegriffen haben, denn Lud-wig der Fromme sah sich zu wiederholter Einschärfungdieses Gesetzes genöthigt.
Es geschieht nichts Neues unter der Sonne, der neueKaiser der Römer that, wie die alten gethan hatten, dieGermanen sollten um jeden Preis gerömert und alle Völ-ker des Abendlandes auf diesem Wege in Eine Nationvereinigt werden. Diesem Zwecke mußten selbst diejenigenMaßnahmen als Mittel dienen, die das Eigenleben derverschiedenen Völker hegen und pflegen zu wollen schienen,wie namentlich die Behandlung eines jeden Reichsange-hörigen nach dem angestammten Rechte seiner Heimath.Die Rechte der verschiedenen Völker und die verschiedenenVölker selbst sollten aller Orten und jederzeit in die mög-lich nächste Berührung mit einander gebracht und dadurchalle ihre Eigenthümlichkeiten so zu sagen zu Einem Breyverrührt werden. Darum, wenn die Longobarden unterjochtwurden, führte man Langobarden in das Innere des Fran-kenreiches und gab ihre Besitzungen an geborene Franken,und wenn das Sachsenland genommen wurde, verpflanzteman Sachsen an die Scheide und an den Main und sie-delte Franken und Alamannen und Burgunder, und umdas Maß der Mischung vollzumachen, sogar noch Slavenan der Elbmündung und im Wesergebiete an, brachte aberdamit freilich nur ein Geduldspiel zu Stande, zu dessenVerschmelzung in einen Spiegel nicht nur die Allgegen-wart und Allgewalt, sondern auch die Alldaucr eines Karlsdes Großen erforderlich gewesen wäre. Aber auch ein Karlder Große war der Natur den Zoll des Todes schuldig,und, würde die Lügenbildersprache des modernen Heiden-thumes hier hinzusetzen, die Natur hatte sich in dieserGröße erschöpft. Doch die Natur, oder um christlich zu