l66
Mittel und Kräfte besitzen , welche sie ehmals hatten , )enaher sie sich noch bey ihrem Ursprung befanden.
Die Freyheit ist zu allen Zeiten der Abgott der helveti-schen Nation gewesen. Der Mißbrauch der Feudalregie-rung hat, indem sie die Knechtschaft einführte, dieseVolker nicht anders als durch Gewalt unterjochen kön-nen. Daher jene Menge von festen Schlossern , womitdie Schweitz gleichsam bedeckt ist. Die Oberherren wa-ren damit nicht zufrieden ihre Unterthanen zu drücken;sie selber wollten hinwieder ganz niemand über sich er-kennen. Daher jene Rechte der Gemeinheiten , und dieGründung neuer Dtädte.
Bern wurde von Berchtold, Herzog von Zaringen,gebauet, welcher als Rektor von Burgund (eine Würdedie der königlichen gleich kam, aber dem Reich un-terworfen war) glaubte, er könne die Rechte dieses letz-tern nicht besser sichern , als wenn er für die getreuenVasallen desselben einen sichern Zufluchtsort stiftete.
Auch irrte er sich nicht; denn ein Magistrat ( Seckcl-meister Fränklin, der um das Jahr 1470. lebte) sagt:Er habe zu seiner Zeit acht unmittelbare Reichsbaronenin dem Rath zu Bern sitzen gesehen.
Die Stadt Bern wurde durch den Schutz, welchensie ihren Nachbarn angedeihen ließ , in ihre Kriege ver-wickelt. Sie setzte die Völker welche sie besiegte in Frey-heit, und gab Ehren und Einkünfte ihren alten Besitzernzurück. So erwarb sie sich ihr erstes Gebiet.
Diese kriegerische Republick hatte ihre politische Ver-fassung ebenfalls ganz kriegerisch eingerichtet. Sie wur-de nämlich in vier Quartiere eingetheilt; und man nenntedas Haupt eines jeden Quartiers Nenner. Noch heut zuLag schwören die Venner den Eyd, ihre Panner nie alsim Tod zu verlassen; und doch werden diese PannerNicht mehr ins Feld getragen. Der Schultheiß und die