trug doch noch hinter der göttlichen Gnade verstecken;denn der Schelm stirbt , der diese Tröpfe Lügen gestrafthatte. Und am End liegt nicht viel daran : Er kriegt ge-wiß den Lohn seiner Werke, und schadet durch die letzteFarce welche er gespielt niemandem als seiner armen See-le. — Ganz anders verhalt es sich in unserm Fall. Dawird meist eine unschuldige Person das traurige Opfersolcher raschen Lebens - und Sinnesänderungen. Hin-gegen ist der Vortheil auch groß , daß man dem Betrugallemal auf den Sprung kommen kann , wenn man nurdie Zeit abwarten will, und den Testimoniis nicht zublindlings traut, die bey solchen Anlassen durch die dritteund vierte Hand von Verwandten , Dienstboten , altenHauslehrern, u. d. gl. einzulaufen pflegen. — Gewöhn-lich aber gehen gerade solche Verbindungen am übereilte-sten zu. Der Vater des Taugenichts will von keiner Pro-bierzcit hören; denn jeder Aufzug ligt ihm am wachsendenSchaden. Den Aeltcrn der Tochter sticht etwa die Par-they sonst in die Augen; man fragt den Herr Oncle Göttium Rath : Der zuckt die Achseln; doch weil er sieht,daß es schon so viel als eine entschlossene Sache ist, somag er sich nicht unwcrth machen, und giebt sein Vo-tum dahin : Man müsse doch auch etwas dem Glück undder Vorsehung überlassen ! Alsdann treten die beydseiti-ge Vater zusammen, und nehmen eiu gutes unerfahrnesMädchen in die Cur : Der zukünftige Herr Schwiegerva-ter streicht die Busse seines Samgens zuversichtlich aus:Er meide alle Spielpartheyen , er lese gute ernsthafteBücher, besuche sogar die Abendpredigten, und wolleins Stadtgericht gehn : Kurz, es fehl' ihm nichts mehrals eine Person wie die Jungfer N. N. um einen exem-plarischen Mensch aus ihm zu machen. Der Papa machtein Spitzmaulgcn, nickt beständig wahrender Erzählung,und wirft halb lächelnde halb drohende Blicke auf das
Schliessen