keit fest: „ Gleichwie die Modestie (heißt s darin) eine,, Frucht der Kenntniß seiner selbst ist , alsnbergiebet die„ Unwissenheit, in der ein Mensch über dies» Punkt steckt,,, denselben entweder der Tyranney der rügenliebe oder„ des Gelyes. Die erste gebihret in ihn die Ostenta-» tion, und der andre die Niedrigkeit, wlches die zwey„ Extreme der Bescheidenheit find». Aug in der Aus-führung ist es sehr lebhaft und launigt. Bad am Schlüssewird bemerkt, was damals gewiß eine kihne und uner-hörte Wahrheit war: »Daß es vielmehr eine Groß-„ müthigkeit und wahre Kenntniß seiner sebst, als aber„ Nnbescheidenheit, bey einer Person a,zeige, wenn„ sie mit einer solchen Aufrichtigkeit, uui einem solchen,, wohlgegründeten Vertrauen von sich icdet, wie die» Montagne's und Opitze es gethan, , von denender crstre geglaubt, er könnte nicht besser ion demMen»schen schreiben, als wenn er sein eigen Herz durchblät-terte; der andre aber von sich selbst gesunzen :
Durch mich wird jetzt das Thun in Deutschland aufgebracht,Das künststig trotzen kann der schönsten 8p:achen Pracht.
Nto. XVI.
Dieses waren Xro. XV, XVI. und XXI. des ersten,und Nro. VII. des zweyten Semesters.
Nro. XV. wider das Spiel, von Breitinger,ziemlich alltäglich. Doch verdient daraus die Aneckdotevon Locke, welche le Clerk (Bibl. Chois. Tom. VI.p. 357-) erzählt, aufbehalten zu werden. Da er einesTags mit etlichen vornehmen Herren bey dem Grafenvon Schaftesbury zusammenkam, und dieselben, baldnach den Bewillkommungscomplimenten, sich sofort zumSpiel setzten, blieb jener eine Zeitlang stummer Zu-schauer. Endlich nahm er Tablettes und Crayon aus derTasche, und schrieb darein mit einer ernsthaften Miene.