ten den Entschluß gefaßt, eine periodische Schrift zuveranstalten, welche diesem Mangel abhelfen, und alleMessen je die vorzüglichst guten und schlechten Versuchein jeder Dichtungsart unpartheyisch und umständlich be-urtheilen sollte. Um jedoch nicht als unbefugte Kritleraufzutreten , waren sie übereingekommen, vorerst dieächten Kilticker aller Nationen zu studieren, über jedenBemerkungen niederzuschreiben, sich diese gegenseitig mit-zutheilen,»^ dann alle in ein vollständiges System aus-zugleichen , auf dessen Wage sie ihre Urtheile würdenabgewogen haben.
Durch unvorgesehene Zwischcnfalle wurde ihr Vorhabenvereitelt, und sie gezwungen , mitten in ihren Vorarbei-ten abzubrechen. Weil es aber Männer giebt, welcheglauben , daß unsere im ersten Wurf hingcschricbne Be-merkungen, bey allem Mangel an Berichtigung und Aus-arbeitung , dennoch frommen dürften, so wage ich es,die meinigen über unsre deutschen Kritickcr, wenigstenstheilwcisc, in das schweizerische Museum einzurücken. Un-seren grossen Dichtern Regeln zu geben, kann meineAbsicht nicht seyn; aber wohl: Dichterlinge, Kritler undLeser, auf unsere achten Aestthetiker, auf einen Breitin«ger, Bodmer, Leßiirg, Mendelsohn und Sulzer auf-merksam zu machen, und neue Untersuchungen zu veran-lassen! Denn welcher Mann von Litteratur und Geschmackweiß nicht, daß in den Schriften dieser PhilosophenWahrheiten, Belehrungen und Vorschriften entfaltet lie-gen, deren Anerkennung und Befolgung sich aus demKreis unserer jüngeren Dichter verlohren zu habenscheinen?
Der Verfasser.