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lichen Auszeichnung zusammenfüge und zu einem Gan-zcn gruppiere, geht alle Beschaulichkeit verlohren; mirbleibt schwebendes Bild / schwankendes Ideal; und / Tau-send gegen Eins — beyde anders, als sie in des Dich-ters Kopf oder in der Natur lebten und webten. WennWieland singt:
Denk dir ein Weib im reinsten Jugendlicht,
Nach einem Urbild von dortobcnAus Roscnglut und Lilijcnschnec gewoben:
Gieb ihrem Bau das feinste Gleichgewicht;
Ein stilles Lächeln schweb' auf ihrem AngesichtUnd jeder Rcltz, von Majestät erhoben,
Erweck und schreck' zugleich die lüsterne Begier —
Denk alles das — du hast den Schatten kaum von Ihr.
Oberon IV. Ges. St. 6.
Und wenn er durch diese Stanze ein Ideal seines Ko-pfes zu schildern sucht, so zwingt er mich freylich , mirwenigstens im verworrenen Bilde eine Schönheit zu ver-gegenwärtigen. Aber welche, unter welchen Zügen? Obich gerade aufsein Ideal treffe, oder mein eignes unter-schiebe, gleichviel: Durch das Aufregen meiner Fanta-sie hat er unbczweifelt seinen Zweck erreicht: Theilneh-mung hat er erweckt; nur die Beschaulichkeit fehlt sei-ner Schilderung. So nicht der Mahler! Dieser lehntseinem Ideal bestimmte Umrisse; diese und nicht eineandre Form ; Ich muß sehen, was er mir darstellt; ichbcwundre seine Schönheit, und nicht die meinige. Wel-cher von beyden macht nun grösser» Eindruck ? Dochdieß ist wohl keine Frage : Eine Madonna von Ra«phael,und obige Stanze von wieland entscheiden ganz!Wenn aber beyde, Dichter und Mahler, nicht einIdeal, nein, ein würkliches Wesen darzustellen haken —wie weit wird jener von diesem überflügelt? Selbst einHaller mag singen —