Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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bietet , sich am Ende in derselben zu einem anschauli-chen, wieder erkennbaren Ganzen gruppieren. Angenoh-inen , Haller habe in der folgenden Strophe nicht einIdeal, aber eine wirkliche Landschaft schildern wollen —was folgt?

Ein angenehm Gemisch von Bergen , Fels und SeenFall. nach und nach erbleicht, doch deutlich ins Gesicht;

Die blaue Ferne schließt ein Kran; bcglanztcr HohenWorauf ein schwarzer Wald die letzten Strahlen bricht.

Bald zeigt ein nah Gcbürg die sanft erhvbnen Hügel,

Woran ein laut Geblvck im Thale widerhallt.

Bald scheint ein breiter See ein mcilenlangcr Spiegel,

Auf dessen glatter Fluth ein zitternd Feuer wallt.

Bald aber öffnet sich >in Sttich von grünen ThalernDie , hin und her gekrümmt, sich im Entfernen schmälern.

So vieles folgt doch nicht, daß ich mit dieser Schil-derung in der Hand die eigentliche Landschaft auffinden,und von allen übrigen ähnlicher Art unterscheiden würde.Und eben so wenig folgt, daß, wenn sie blosses Ideal dar-stellen sollte, meine Fantasie sich von dem Ganzen einintuitifes Bild machen könnte ? In des Dichters Schil-derung wird alles, was beym Mahler gleichzeitig wäre,durch und durch succeßif: Ein Zug wird von dem fol-genden gedeckt und verwischt; und wenn vom Zusammcn-ordnen die Rede ist, muß ich mit Lesen wieder von vorneanfangen. Damit sey jedoch nicht gesagt, daß der Poetsich solcher Schilderungen durchaus zu entmüßigen habe!Als Ideale und zufällig sparsame Episoden , welche dieFantasie aufregen und beschäftigen, verweben sie indessen Gedichte einen neuen Reitz ; nur müssen sie ausdem Interesse, das wir an den in solche Landschaften ge-worfnen Personen nehmen, würkliches Leben erhalten;und die Beschreibung derselben sollte in fortschreitendesEntstehen umgebildet werden, was denn Wieland soglücklich zu vereinigen weiß.