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ich so reden darf, ist unendlich nützlicher, und führt unSzu ungleich richtigern Vorstellungen, als wenn man sichvierzehn Tage vor oder nach der Hochzeit in des recht-schaffnen Doct. Millers Abhandlung von den pflich-ten der Christen in der Ehe, oder in der Seymourgehörigem Verhalten im ehelichen Leben, und andernsolchen noch so hübschen Werken Raths erholt, welcheuns so wenig zu einer wohlgerathnen Ehe helfen undnützen werden, als de Piles oder Hagedorns Grund-sätze der Mahlerey uns zu Kennern, geschweige zu Künst-lern machen, wenn wir nicht durch fleißiges und eigenesBetrachten guter und schlechter Kunstwerke unsern Ge-schmack zu bilden suchen. Alsdann mag es freylich nichtsschaden, die aus unsern Beobachtungen geschöpfte Ab-stractionen mit jenen moralischen Recepten und Freßzed-duln zu vergleichen — ich nehme, das versteht sich,auch diese meine Betrachtungen nicht aus. — Etwasbesser bin ich hingegen, Gott verzeihe mir meinen Leicht-sinn ! auf die guten Romanen zu sprechen. Wahr ists:Selten geht die ehereife Jugend hinter diese ihre Licb-lingslektur mit dem unleidcnschaftlichen Gemüthe, undmit der richtigen Beurtheilungskraft, welche erforderlichsind, um die Geschichte, die wahre und die-erdichtete,zu einer brauchbaren Lehrerinn der Weisheit und Glück-seligkeit zu machen. Dielnrehr, auch das wollen wirzugeben, bestärken diese Gedichte uns gerne in unsernvon Liebes-und Ehesachen schon vorgefaßten irrigen Er-wartungen und panischen Besorgnissen. Da findt derHagestolze und Ehestandshaffer Wasser auf seine Mühle;oder hinwieder das cvmbustiblc junge Blut Nahrung,und nach seinem Sinn auch Rechtfertigung irgend einerunsinnigen Leidenschaft: Da leihet das thörigte Herz sichselbst und dem geliebten Gegenstand nur die auserlesen-sten Züge der Helden und Heldinnen aller mit denen