man in solchen Schriften Bekann tschaft macht - Da stehtein nuerfahrnes Mädchen das erste galante Vürschgen,welches sie angebrannt, für einen Grandison, bald einjeder Hauslehrer sich für einen Saintpreux an. Da hal-ten gewisse mannfüchtige Jungfern , gestern nach Chate-techumcncs, Morgens schon ihres Vaters Haus vor einbezaubcrtcs Schloß, und die gescheute Mutter borestnen Cerberus: Da hat der niederträchtigste Hudlcr, dersie befreyen will, gewonnen Spiel. Die Eheritter, zu-mal in den schlechten Romanen, hungern selten, undwenn sie auch keinen Schilling zusammengebracht.Es kostet den Autor nichts, ganze Familien Jahre langmit lauter Quintessenz von Sentimens zu speisen; unddem Magen junger verliebter Leser und Leserinnen, diesich noch au dem Tisch ihrer Aeltern gütlich thun, fallt esebenfalls leicht, mitden Grillen eines solchen Schlauraffen-lebens zu sympathisiren. Noch ein Umstand. Wir- ha-ben noch zur Zeit keine National-Romanen; und wer-den ihrer , aus Gründen die nicht hieher gehören, wahr-scheinlich auf immer entbehren müssen. — Nun aber ma-chen uns die Epopeen eines Richardsons, Rousseaus,Marmontels, und sogar eines Fieldings mit lauter Perso-nen bekannt, welche in Absicht auf ihre politische, sittlicheund ökonomische Lage uns selber, und denen mit welchenwir nun einmal gern oder ungern Lieb und Leid in derWelt tragen müssen, nur von einer Ecke gleichen; mitStänden von Menschen die zur Nachahmung und Er-spieglung für die gewohnten Leser der Romane, ich mei-ne für die vornehmen Springinsfelde und ihre Schwe-stern in kleinen Republiken , fast allemal zu hoch oderzu niedrig sind. Daher jene gefährliche Sophismen wel-che etwa tränte Zürchertöchtcrgen unter mitwürkenderGnade ihrer gereiften Brüder zu machen Pflegen: Wennsie z. E. die Quelle der Glückseligkeit irgend einer, liebens-
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