guten und schönen Handlungen , welche der Dichter sieverrichten laßt, eine jede einzeln und vor sich betrachtet,nach dem Maaßstabe der Natur des Menschen und sei-ner Kräfte gehalten, möglich und erhältlich, und in ih-rem Zusammhange keine der andern widersprechend sey?— Wirft mir einer ein: Daß eben dieses unerinüdeteund harmonische Ausdauer» eines durchaus richtigenThuns und Lassens, kurz ein ganzes untadeliches Lebenin rerum nstura weder zu federn noch zu finden sey,so verweis ich ihn erster Instanz abermals auf die wirk-liche Geschichte, und auf meinen Freund plutarch z. E.dessen Biographien doch sicherlich noch keinem seiner LeserLust und Liebe zum Guten benomen haben. Hiernachst bitt'ich ihn zu bemerken, daß in jeder Wissenschaft und Kunst,folglich auch in der Kunst tugendhaft, d. h- der Naturund seiner Bestimmung gemäß zu leben, dir Uebung denMeister nacht. Und endlich heißt es wol auch da: Weram nächsten tust, gewinnt. Denn, was würde end-lich noch aus dem Geschlechte der Menschen werden, wennsogar seine Lehrer jenes heut zu Tag so beliebte Götzen-bild einer schlichtigen Mittelmäßigkeit an das Ziel stecken,und Bürzerkroaen und Schaumünzen einem jeden zuken-nen wölken, der thut was recht und geziemend ist. Alsonoch einmal: Ich schlage die Behauptung , daß pjeIdeale von häuslicher und bürgerlicher Rechtschaffenhcitdie Menschen von össcutlicher und Privattugrnd nur zu-rückschrecken, den Philosophen, die sie ausgeheult, weifsie mit den Schwachheiten derer, von denen sie ihre Pen-sionen beziehen, wie mit ungeschaalten Eyern umgehenmüssen, als eine schändliche notorische Lüge wieder heim.Haben wir doch zum Theil schon oben gesehen, daß dieMenschen gar nicht aus bescheidener Schüchternheit,sonder aus einem ganz andern Grund, der »rein Kopfoder Herz viel weniger Ehre macht, so weit himteir die-.
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