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chrer Kinder, mutatis mutandis , aber betn Geist undWesen nach immer so vollkommen wie eine Julie vonWolmar sollte einrichten können? Und du kennst undehrest, so gut als ich, jene äusserst schätzbare Männeraus den Handwerksst-anden unter uns, welche, ihremnächsten Beruf unbeschadet, in den blossen Stunden ihrerMüsse, durch vertrauten Umgang mit lebenden und todtenWeisen, ihr Herz mit de» edelsten Gefühlen, ihren Geistmit den brauchbarsten T-lcnten ausgeschmückt, und sichsede liebenswürdige Kenrtniß so eigen gemacht, daß dasVaterland sie mit dem crößten Zutrauen zu den wich-tigsten Geschäften gebrarchen kann. Und andere ausder gleichen Classe kenner und lieben wie als Freunde,die mit dem Adel ihrer Eecle unser Herz, so wie mitihrer Kunst unsre Sinnet bczaubern; und noch mit die-sen treflichen innern Eignschaftcn eine Grazie der Sit-ten verbinden, die so Villen jungen Leuaen von so ge-nannter besserer Erziehurg nur noch nie im Traum er-schienen ist.
Doch ich merke wol, taß ich ausschweife: Ich lenkezu unserm eigentlichen Gegenstand wieder ein. — Wirstuhnden oben bey den Quellen still , aus denen die ehe-reife Jugend eine richtige Kenntniß von dem Stand,in den sie zu treten Lust tat, schöpfen kann. Ich schlugunter anderm die Gcschicitskunde der häuslichen Tugen-den und Laster, d. h. dii, versteht sich guten, Romane,und zwar nicht als ein .Mpt-sonder nur als ein Hilfs-mittel vom zweyten Rance vor. Denn der zuverlaßigsteund leichteste Weg zu disser Kenntniß zu gelangen, istund bleibt wol immer rite richtige Beobachtung glückli-cher Ehen in der Natur; zumal für uns, da wir, wiegesagt, keine Nativnalrcmane haben — und sich ja ge-gen den Nutzen, welche aus Lectur auch der bcßtenvon diesen Dichtungen d:r Ausländer zu ziehen ist, mit