Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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tens und Trachtens hält; alles was Patriotismus heißt,Fantasienzeug , und gemeinnütziges Wirken Kalfakternnennt; kurz, solche Grundsätze debitirt , und nachdemselben handelt, die/ mir aller ihrer unschuldigen Mey-nung, für die bürgerliche Gesellschaft zerstörerisch sind.Irr ich mich nicht, so fallen Leuthe von dem Characterund den äusseren Glüksumständen unsers Ehepaars betsonders leicht auf dieses Aeusserste. Sie sind, möcht'ichfast sagen, gar zu glückliche Menschen, als daß sie guteBürger seyn sollten. So wett' ich z. E. daß der Mann,so oft er ins Quartier *) sollte, den Schnuppen kriegen,und gewiß keinen Anzug vor Räth und Bürger thunwird , wenn das gantze Heil des Vaterlands auf demSpiel stühnde - auch weiß ich der Gukuk nicht, warumer Zwölfer werden wollte — und daß die Frau den Auftwandsgcsätzen abhold ist, ungeachtet sie, wie schon ge-sagt, für sich selbst eingezogen lebt, und auch ihre Kinderin keinen sonderlichen Pracht steckt -° Ich wette, daß bey-de von Subskriptionen, und andern Unterstützungen öf-fentlicher oder sonst gemeinnütziger Entreprisen nur nichtshören wollen. T)aß sie sich hingegen beym öffentlichenArmcnbcutel, und bey Wetter-oder Brandsteuern einstel-len , ist, es thut mir lcyd zu sagen, so eine ancrerbtereligiöse Routine : Sonst würden sie unschwer einsehen,daß, wenn des Tkaterlands geheiligte Stimme, oder dieNoth der wahreil Armen ruft, es gleich viel gilt, oblhr Bedürfniß durch eine Predigt oder durch einen Lot-tericplan **) angekündigt wird. Am liebsten, und wirk-lich reichlich und oft geben sie ihr Allmosen für sich,im größten Geheim, ***) wie und wo ihr Hertz gelü-

*) Zur Militarrevue.

**) Dieß war zur Zeit der Errichtung des neuen Waisenhauses iuZürich geschrieben.

’**) Daß ja niemand mich hier bey der redliche» Einfalt verleumde.