Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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nicht Ware? Würden sie Ausschweifung in Befriedigung \ihrer Triebe unterlassen, wenn sie nicht Krankheiten nach 1

sich zögen? Die Menschen können also nicht besser thun, I

als die Natur nachahmen; und diejenigen, welche we-der durch die Betrachtung der mehr oder weniger un-vermeidlichen bösen Folgen der Lasier, noch durch ihreinnere Schändlichkeit und Haßenswürdigkeit abgeschrecktwerden können, müßen durch Zwangmittel, und durchdie unangenehmen Folgen, die den Lasterhaften tref-fen , davon zurückgehalten werden. Denn obgleichdie Tugend an sich das höchste Gut ist, und dasLaster an sich das höchste Uebel, so gehört docheine gewiße Ausbildung des Gefühls und Verstands,oder doch eine glüklichere Richtung der Seelenkrafte da-zu , den hohen Werth und die Liebenswürdigkeit der Tu-gend zu empfinden, und das Laster seiner selbst wegenzu fliehen. Doch wenn auch nicht auf diesen Werth derTugend gesehen, wenn die Glückseligkeit nicht mitin Anschlag gebracht wird die sie ihrem Liebhaber ver-schaffet, so ist sie die Grundstütze der Gesellschaft, weiler alles glücklich macht, was ihn umgiebt. Das Lasteraber zerstört sie, weil der Lasterhafte um sich her Elend j

verbreitet. Dringende Beweggründe, die Menschen l

durch Zwangmittcl und willkührliche Uebel von Laster z

abzuhalten, wenn die menschliche Gesellschaft nicht zuGrunde gehen soll!

Man kann demnach durch Strafen vom Laster sol- j

ehe abschrecken, die ohne diese für sie allem fühlbaren '

Uebel Neigung zu dem, was im Grund ein weit gross j

fers Uebel ist, haben würden; und man kann den, der |durch seine Laster die Ruhe und Zufriedenheit der Gesell- !

schaft störet, durch gewiße Anstalten bestem , und zur !

Tugend zurückführen; zuweilen allein durch Strafen jschrecken, der Gesellschaft ferner zu schaden; oder ihn

auch