die Gegner sagen , der Ambrosianische Gesang hak dochin der That viel Majestätisches. Es ist in Deutschlandein gefürstetcr Abbt aus dem Benediktiner-Orden , (zuSt. Blasien im Schwarzwalde) der, ungeachtet seinesGeschmacks für die italiänische Musik doch in seinemKloster den Ambrosianischcn Choral einführen will. Mankann über diesen Gegenstand die gelehrte Abhandlunglesen , den er über die alte und neue Musik herausge-geben hat.
Diese überwiegende Neigung zur Musik hat sich erst seifetwa fünfzig Jahren in die schweitzerschcn Abteyen ein-geschlichen ; und man glaubt mit gutem Grunde, daß siedieselbe aus dem Kollegium zu Bellen; geholt haben, wosich einige Mönche von Einsiedeln aufhalten. Die dor-tigen Professoren brachten bey ihrer Heimkehr den En-thusiasmus für die Italiänische Musik mit sich; aus ih-rem Kloster verbreitete er sich in die von Einsiedeln ab-hängende Nonnenklöster , und von diesen allmahlig inalle übrige Abbteyen. Dieß, versicherte man mich, istdie genaue Genealogie der Musik in den katholischen Kir-chen der Schweiß, und die Geschichte ihrer Ausbreitungüber die dortige klösterliche Welt.
Der Orden des Heiligen Benedikt, welcher im Jahr529. auf dem Berg Kaßin gestiftet wurde, breitete sichin kurzer Zeit über ganz Europa aus , und gab der Kir-che eine grosse Zahl heiliger und gelehrter Lcuthe. Dieschweitzerschcn Abbteyen nahmen ebenfalls Theil an sei-nem Ruhme. Das Kloster St. Gallen war im nennten,zehnten und eilften Jahrhundert die allgemeine Schulevon Deutschland; der vornehmste Adel ward daselbsterzogen, und die Söhne der Kaiser hatten Mönche vonSt. Gallen zu ihren Lehrmeistern. Ueberhaupt hat manden Benediktinern die Erhaltung der Wissenschaften, betSchriften und Denkmale aus der heiligen und profanm