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Amdr. Blaarer an seine Schwester Margarethe:.
( y. November 1537 . )
Sey gegrüsset im Herrn Christo unserm Erlöser, mei-ne gelicbteste Schwester! Obgleich ich mich unaufhörlichdarnach sehne, mit meinem Geiste bey dir zu seyn, undwirklich immer bey dir bin; so wünschte ich doch, dichgegenwärtig zu sehen und mit dir mündlich zu reden; unddas um so viel mehr, je mehr ich merke, daß du nichtmehr lange bey uns im Fleische seyn wirst; wenn duanders noch bey uns bist , und die, nicht an ihr selbst,aber wegen so vielen erlittenen Elendes , schwere Bürdedeines Leibes nicht schon auf des Herrn Ruf abgelegethast. Wenn das ist , wie ich sehr besorge daß es sey,so will ich mich in meinem Jammer einzig mit der gewis-sesten Zuversicht trösten , die ich habe, daß ich bald soglücklich seyn werde, dir dahin , wohin du vor mir herdich emporgeschwungen hast, nachzufolgen; und unter-dessen dir zu deinem Loose von ganzem Herzen Glückwü.Mn., d^ du den Hafen , nach welchem wir alle,weirw wir weise sind , streben, bey guter Feit erreichethast. Wenn du aber noch weiter mit deinen Krankheitenringen und kämpfen mußt : Wohlan ! dulde alles mit er-habenem Milche, überzeugt, wem du geglaubt habest,und gkwlß beredet, daß Er mächtig ist , die anvertrauteHinterlage bis auf jenen Tag zu bewahren. O wie glück-lich und abermal glücklich sind wir, daß wir, nach sogrossem L'iv , noch größre Freud' erwarten können. Owie theu«r ist in den Auge» des Herrn der Tod seinerHeiligen ! Wie weit ist derselbe allen Wollüsten diesesLebens vorzuziehen, auf welche nichts als ewiger Todund die O.uaalen eines-gemarterten Gewissens folgen:Dahingegen unser Sterben der Anfang des Lebens und