der sichre Ucbergang zur Unsterblichkeit ist; denn wirbleiben in dem , der die Auferstehung und das Leben ist;und wer in ihn glaubt, ob er gleich stirbt, wird er dochleben , und zwar so leben, daß er nie mehr stirbt. Ein-mal mich, geliebteste Schwester! erquickt diese Vorstellungüber die Maassen, und mit derselben suche ich die Bitter-keiten dieses Lebens zu versüßen, besonders itzt ., da mirbald alle meine liebsten Menschen wegsterben, und da-durch mein Gemüth aufs heftigste angegriffen wird. Unddoch weiß ich nicht, wie mir geschieht , daß mir einSchauer durch Leib und Seele fahrt, so oft ich darangedenke , daß du vielleicht bereits in die himmlichcn Ge-genden übergegangen seyst ; so trübe und finster kömmtmir die ganze Welt ohne dich vor. Lebe wohl, theuerste,beßte Schwester , mein Herz im Herrn ! und thue, wo-fern du lebst, weiter was du so fleißig thust : Speise,tränke, besuche , beherberge den hungernden , dur-stenden , kranken, verbannten Herrn Christus; des-jenigen Lohnes gewiß, den Er dir in seinem herrlichenReiche aufbehält.
Z.
Bullmger, Antistes von Zürich, an Leo Sörmus,Diener der Kirche zu Ulm.
(30. Augsimvnat 1547.)
Du wünschest, daß der Herr alle Anschlage *) unsererFeinde zu Nichten mache. Sind Wir aber weniger Sün-der , als ihr, Dcutschlander, gewesen seyd und noch
*) Da sich bekanntlich damals ganz Deutschland unter Carls V. Ueber»drang in geist - und weltlichen Dingen bückte, und das , wahr,scheinlich meist grundlose, Gerücht gieng, als ob der Kaiser auchallerley gefährliche Absichten gegen die Eydsgenoßschast heget«.S. Lauser , Th. IX. S. 196. u. ff.