Freystaats von Ihnen HHerren verdient gelesen und wohlerwogen zu werden.
Einige Entwürfe zu r-epublicamschcn Reden, die erverfertigte, sind Muster einer wahren republikanischen Be-redsamkeit, die den Gegenstand, den sie vortragt, würdigbehandelt, den Verstand von seiner Wichtigkeit überzeugt,und das Her; zur thätigsten Theilnahme entstammt.
Folgendes ist der gedrängte Auszug einer Rede, die ereinem republikanischen Offizier, nach Beendigung der jähr«lichen militairischen Uebungen, in den Mund legt:
„Wir enden nun wieder ein Jahr, und mit demselben„unsere militairischen Uebungen: Dank sey es der götkli.„chen Vorsehung, daß wir solches im Frieden und uns„gekränkter Ruhe thun können. Krieg war uns Scherz;„Pulverrauch Wohlgeruch; das Knallen des grossen und„kleinen Geschützes liebliche Musik, Wie wäre es uns,„wenn wir das Gegentheil hätten erfahren müssen? Wenn„der Krieg mit seiner Allverheerung über uns gekommen,„und diese friedliche Waffen sich in kriegerfche verwandelt„hätten? Der Feind unter unsern Gebirgen wie ein Wets„ler einhergezogen, dem Hagel gleich unsere Felder ver,„wüstet, unsere Weinberge verheeret, und wie ein furcht«„barer Strahl unsere Städte angezündet und eingeäschertWenn Noth und Psticht uns zur Gegenwehr gerufen„härte? Nicht daß ich Euch diese Grausen erweckende„Vorstellung, MHerren! aus Mißtrauen oder aus Furcht„mache, ihr würdet unter solchen Umständen zaghast wer«„ den. Nein! daran kömmt mir kein Gedanke; aber diese„Art Vorstellung möglicher Eraugnisse ist oft so nöthig,„als die militairischen Uebungen selber. Der Mann mag„ in den Waffen noch so geschickt seyn; fehlt ihn» der„Muth, so fehlt ihm alles». Nachher zeigt er die Ur-sachen an, welche unsern Vätern zu ihren unerhörten Sie-gen geholfen, und fährt dann also fort; „ Lernet aus