Band 
Schweitzersches Museum. 1785. Zweyter Jahrgang.
Entstehung
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das Verdienst allein aus den Beweggründen und nichtauch aus den Wirkungen unsrer Handlungen entscheidenwollten. Da dieses Lehrgebäude wirklich wider alle Ver-nunft streitet , so war die Abtrennung der Philosophieeine Folge davon. Wie lang aber wollen die Lehrer deredelsten Wahrheiten mit der Philosophie entzweyetbleiben, und selbst die herrliche Uebereinstimmung derVernunft mit der Religion nur undeutlich anerkennen/damit aber jeden Denkenden auf die Vermuthung füh-re / daß Religion und Philosophie Feinde waren ? Dervortrefliche Lonnet sagt : La rigide Orthodoxie a feitplus d’Incredules que le Libertinage. Un Etre quipense , veut penser des choses railbnnables. II est bienplus repousie encore quand on veut qu’il croye deschoses qui ne le fönt pas. Also könnte die Sittenlehredem Professor der Philosophie oder der Theologie über-geben werden.

Vielleicht könnte auch eine beßre als die WolfiamscheMethode eingeführt werden. I. B. in Laumeisters Mo-ral erscheinen die Pflichten gegen Gott zuerst. Nicht/daß diese Pflichten nicht die allercdetste» waren; aber ebendeswegen ist die Lehrart fehlerhaft / weil bey diesen derAnfang gemacht wird , und die obersten Resultate vorden verständlichern einfachern Begriffen erscheinen. Auchist keine Methode dem Erfindungsgeiste schädlicher alsdie Wolfianische , und also für jede praktische Wissen-schaft untauglicher. Denn die Auseinandersetzung derBegriffe ist die einzige Erfindungsart; Wolf aber mitseiner metaphysischen Kette von selten ggn; bewiesenenSätzen fesselt den Schüler so fest an seine synthetischeLehrart , daß sie als Sklaven im Reiche der Wissenschaftkeine Eroberungen zu machen fähig sind. ■ Wolf selbstwar ein vortr-flicher Mann; allein für Nachahmer in derPhilosophie >o gefährlich als es ein Seneca oder FonM