führt sie uns, ungeachtet allerdings der aufgeklärte Willeeines Fürsten den Mangel politischer Freyheit zum Theilersetzen kann , auf Gründe, welche diese Möglichkeit ausdem Reiche der Wahrscheinlichkeit verbannen.
Die Ehre des Fürsten und das Ansehen der Kronesind in allen Monarchien , selbst in den aufgeklärtesten,beynahe immer der Leitstern aller wichtigen BerathschlagZungen und Entschlüsse, besonders im Verkehr mit aus-wartigen Mächten, gewesen. Macht und Ehre bleibenimmerdar das Ziel der Wünsche fast aller Könige; Glück-seligkeit ihres Vclkcs aber ein Nebenzweck, der nur, weilerstere oft nicht ganz ohne ihn erreicht werden können,bis auf einen gewissen Grad erhalten werden muß. Dasher ergreift die unersättliche Eroberungssucht auch heut-zutage so oft den schnob-stcn Verwand um MillionenMenschen ihrem alle Rechte der Menschheit beleidigendenTraumbild von Grösse zu opfern. Man bezwingt Städ-te und erobert feindliche Provinzen gewiß nicht um demgedrückten Unterthan Erleichterung seiner Beschwerdenzu verschaffen , sondern um den unbegranztcn Ehrgeitzzu sättigen. Auch unterhält man zum Nachtheil allerKünste und Vortheile des Friedens beständig furchtbareKriegeshcere; gewiß höchst selten nothgezwungen durchVerhältnisse mit Nachbarn, oder bloß um seine Grenzenzu decken, sondern vielmehr um den ersten günstigen Amlaaß zu Eroberungen ergreifen zu können. Welcher Fürsthat wohl jemals einen bequemen und wirklich gerechtenAnlaaß zur Vergrösserung fern Wohl des ihm anvertrau-ten Volkes aufgeopfert, und bemerkt aber ungenutzt vor-beystreichcn lassen? Selbst die Heldcnsecle Friederichsdurchbebte wohl, da er Schlesien wegnahm, nicht blosder reine Wunsch die Wohlfahrt seiner Preussen zu be-fördern , sondern vielmehr der kitzelnde Gedanke dasBrandenburgische Haus an Oesicreichs kolossalisehe Grösse