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Vorwort.
Wahl und Krönung Ferdinands zum römischen Kaiser. Eineebenso natürliche Gränze bot für die zweite Abtheilung derLübecker Friede.
Bei dieser genau eingehaltenen Weise war es natürlich,daß auf jene erwähnte Frage die Antwort erfolgen mußte:Wallenstein seye dem Erforscher der Geschichte Ferdinands desZweiten eine unbekannte Größe, insofern nämlich eine Kennt-niß desselben auf archivalische Notizen, nicht auf dasjenige sichgründe, was für oder wider denselben in Druckschriften Jeder-manns Kenntniß und Jedermanns Urtheil offen stehe.
Als wesentlich geschichtliche Person tritt Wallenstein erstim Jahr 1625 auf den Schauplatz. Bis dorthin ist sein Be-streben unverdrossen dahin gerichtet, die Fundamente zu legen,auf welchen unter Begünstigung der Umstände der Bau impo-nirender Größe immer höher soll aufgeführt werden. Von die-ser Zeit an boten die umfangs- und inhaltsreichen Kriegs- undFriedenöacten des k. k. Staatsarchivs, wie in Bezug auf diesenzweiten Abschnitt der Geschichte Ferdinands im Allgemeinen,so hinsichtlich Wallensteins im Besondern, eine Fülle größten-theils bisher unbekannter Notizen. Wurden die ersten Jahremehr im Hinblick auf die ursprüngliche Aufgabe durchgangen,so unterließ es bei den folgenden der Verfasser nicht, Manches,was mehr auf Wallensteins Person als auf die allgemeine Ge-schichte jener Jahre sich bezog, zugleich anzumerken.
Voranschreitend in dieser Forschung von Monat zu Mo-nat war immer weniger eine Ahnung zu unterdrücken: ob nichtWallenstein dem Kaiser mehr dürfte geschadet als genützt haben?Sie wurde zwischenein, jedoch immer mit dem Ton zweifelnder