Vorwort.
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es Christian IV. gelang, mittelst englischer, holländischer undfranzösischer Unterstützung eine solche Macht auf die Beinezu stellen, welcher der Bundesfeldherr sich nicht gewachsenglaubte. Daher das Ansuchen um Verstärkung durch kaiser-liches Volk.
Wallenstein erbot sich, dasselbe zu sammeln, auf denKriegsschauplatz zu führen. Der Kaiser sah sich damit großerSchwierigkeit enthoben; freudig wurde dem Anerbieten entspro-chen. Es war ein gemeinsamer Feind, der, in Verbindung mitdem Bundesheer, sollte bekämpft, ein gemeinsames Interesse, wel-ches mit demselben mußte verfochten werden; ein ungetheiltesKampfesziel, ein unzertrennter Kampfeslohn sollten beide Heere imAuge haben. Denn nicht für seine Kriegsherren allein, sondernebensowohl, ja mehr noch, für das Ansehen und die alther-kömmliche Stellung des Reichsoberhauptes hatte das Bundcs-hcer durch fünf Jahre den Gegnern desselben sich gegenüber-gestellt. Solchen vereinigten Streitkräften, in Uebereinstimmungverwendet, hätte der König von Dänemark nicht Stand haltenkönnen; hatte er es doch nicht vermocht, da Tilly einen Zu-wachs von bloß 7000 Mann kaiserlicher Truppen erhaltenhatte. Wollte auch der jüngere Heerführer, der bisher nurdurch untergeordnete Wafsenthaten sich bemerklich gemacht, denergrauten und sieggekrönten nicht über sich stellen lassen (es istdieses in der Kriegsgeschichte keine vereinzelte Erscheinung), sohätte doch bei wohlverstandenem Zusammenwirken der Kriegschwerlich noch weitere drei Jahre fortdauern können. AberWallenstein trennte sich alsbald von Tilly und gieng seinengesonderten Weg, gleichwie er jenen seinen eigenen Hülfsmitteln