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Vorwort.
überließ. Konnte dieses in der Meinung des Kaisers liegen?Konnten hicdurch die Interessen desselben gefördert werden?Die Geschichte ertheilt Antwort auf diese Fragen.
Hat mit Wallensteins Auftreten das Zusammenstimmen dertreuen Neichsglieder mit dem Oberhaupt einen reineren und hel-leren Klang gewonnen? Ist das Ansehen des-Letztern erhöht, istdas Vertrauen zu ihm gefestigt, ist die durch so manche Jahrebewährte Opferwilligkeit von Jenen freudiger geworden? Nichtsvon alledem, vielmehr dessen Gegentheil. Kaum der kaiserlicheOberste Feldhauptmann solche Gewalt erlangt, dieselbe in selbst-herrlichem Gutdünken wider alles, was seither im Reich Ge-setz und Uebung gewesen, angewendet, beginnen bei jenen diebittersten Klagen, welchen die muthwillig gehäuften Drangsaleeinen immer Herbern Ton auspressen, die am Ende zu Spal-tung, zu offenem Bruch hätten führen, Deutschland mit eineminnern Krieg nicht mehr von zwei, sondern von drei einanderfeindseligen Parteien heimsuchen können. Neben diesem mußtenothwendig das Verfahren gegen die mecklenburgischen Herzoge,ungleich härter als dasjenige gegen den weit straffälligern Ein-dringling in Böhmen, bei den Fürsten, die in der Reichsver-fassung ihren Schutz erkannten, Besorgniß wecken. Oder wäreetwa der Ruin ihrer Landschaften und Unterthanen, bei wel-chen die Erhaltung des Bundesheeres ihnen immer schwererwerden mußte, von der Kriegsnothwendigkeit geboten ge-wesen?
Wäre es als größeres Verdienst zu schätzen, dieses Heer,welches durch sechs Jahre die endlosen Kämpfe, Mühen, Be-schwerden und Gefahren mit solchem Erfolg getragen, in der