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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallensteins Güterankäufe in Böhmen.

gewagte zu nennen. Außti, Gistopi und Liebeschitz im Leit-meritzer Kreis, dem Georg Wilhelm Sezima von Außti abge-sprochen, waren zu 91,504 Schock ä») veranschlagt, giengenaber an die Jesuiten für 200,000 fl. über. Die gleiche Summehatte Maradas für die Güter der Gebrüder Malowctz imBudweiser Kreise zu bezahlen, indeß dieselben nur zu 107,575Schock angeschrieben waten. Dagegen durfte Marimilian-vonTrautmansdorf statt der 264,627 Schock, dem Werth vonBischofteiniz, des Wilhelms von Lobkowitz Besitz, bloß 200,000 fl.entrichten. Ebenso wurde für Wallenstein der Anschlagspreisvon fünf Gütern im Bunzlauer Kreise von 259,675 fl. auf216,000 ermäßigt. Die Herrschaften Friedland und Reichen-berg erhielt er für 150,000 fl., indeß die Schätzung 159,872Schock verlangte. Wie gering somit der Preis war, mögenwir daraus entnehmen, daß einzig letzteres 11,000 Joch Do-minical-Güter, größtentheils Waldungen, und eben so viel Ru-stical-Güter umfaßt. Doch können wir uns einiger Zweifelüber die Angabe nicht erwehren, daß die in Wien gutgeheiße-nen Käufe Wallensteins über fünf Millionen, die nicht gutge-heißenen ebensoviel betragen hätten ^).

Auf zweierlei Weise wurden ihm diese Erwerbungen er-leichtert. Mit dem Jahr 1621 trat eine allgemeine Münzver-. schlechterung ein, die durch zwei Jahre fortwährend sich ver-schlimmerte. In diese Zeit fällt ein großer Theil seiner Käufe.Der Preis wurde zwar in den gewohnten Münzsorten bestimmt,als hätten diese ihren unveränderten Gehalt noch immer; dieZahlung jedoch stand hinter diesen weit zurück. Deßwegenwurde zu Anfang des Jahres 1624, wo die Münzverhältnissesich gebessert hatten, von der Hofkammer zu Wien die Ber-

2") Der Schock belrug 1(t kr. mehr als der Gulden.3') Bor zack a. a. O.