Wallensteins Güterankänfe in Böhme».
Auch für den Vorwurf in per erwähnten Denkschrift, daßer Güter von Waisen an sich zu bringen wisse, fehlt es nichtan Belegen. Bereits im Jahr 1622 trachtete er nach derHerrschaft Milletin, dem Besitz vier unmündiger Vettern;im Jahr 1628 gelang es ihm, diesen zu erreichen ^). Weni-ger aufheblich, wenngleich nicht minder Vortheilhaft, war dieEinziehung der Lehengüter, über welche die Einlösung der Briefean seinem Lehenhofe war versäumt worden. Die Gesammt-zahl der von ihm lehenrührigen Grundstücke belief sich auf 3403,von denen zu einer gegebenen Zeit bloß für 586 die Lehen-briefe waren gelöst worden 4»),
Mit der Ernennung zum „Capo über alles kaiserlicheVolk" welchem erst drei Jahre später diejenige zum Gene-ral-Oberstendes Feldhauptmann folgte 42), gewannen Wallen-steins Geldmittel neuen ansehnlichen Zuwachs, ebensowohl indem Gehalt, der ihm ausgeworfen worden, als vorzüglichdurch Lieferungen für die Armee von seinen Gütern. Denndie Vermehrung seiner Hülfsguellen niemals aus den Augensetzend, hatte er schon im December 1625 eine „Versicherungderjenigen Spesen, so er auf seine unterhabende Armada desins römische Reich abgeordneten Succurses dargeben werde",zu erwirken gewußt 4H.
Mit dem Juni 1625 begann sein „Kriegsverdienen" mitmonatlich 6000 fl. "), Diese konnten ihm bei der Klemme der
N) Förster S. 39, An»,.
'«») Förster S. 330.
n) Von: 7. April 1625, im KriegsA.
n) 21. April 1628 ; das.
») Gedb. d. Hoff. Dec. 1625.
^>) Erzherzog Matthias hatte als Oberfeldherr in Ungarn bloß 3600;auch Tilly als Heerführer der Liga nicht mehr.