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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallensteins Güteraukäufe in Böhme».

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kaiserlichen Finanzen niemals entrichtet werden. Sie standenfür zwei Jahre und neun Mdnate aus. Außerdem forderte erfür Kriegswerbung und geliefertes Getreide noch 361,819 fl. 45).Seine Anwesenheit in Prag, der Einfluß, den er bereits aufden kaiserlichen Hof übte, gab dem Begehren, daß ihm hiefürdas Fürstenthum Sagan abgetreten werde, um so größeresGewicht.Für die bei Uns habenden starken Anforderungen"überließ ihm der Kaiser dasselbe für 125,708 Thaler 46), welchedurch Abrechnung auf 47,150 fl. Anschmolzen 47), wobei ihmnoch Enthebung von 340,342 fl. Schulden, die darauf hafte-ten"), zugesagt wurde. Das Einkommen solle zu vier vomHundert angeschlagen werden; übersteige es die Zinsen seinerForderung, so habe er Vergütung zu leisten. Obwohl dannWallenstein schon im ersten Jahr aus dieser neuen Besitzungbeinahe den vierfachen Zins des Kaufpreises zog"), gjxg erdennoch den Kaiser um Nachlaß der 52,728 Thaler rückstän-diger Landessteuern und um bleibende Herabsetzung derselbenan, wurde ihm auch das Erstere bewilligt, das Andere in Aus-sicht gestellt 50).

Solche Gunst widerfuhr Tilly nicht, der auf das Ansu-chenum ein confiscirtes Rebellengut" die Antwort erhielt:

4-) Acte vom 11. April 1627, im St.A.

45) Gedb. d. Hofkammer, 3. Sept. 1627.

47) Das. 25. Juni 1627. In dem den 15. Febr. 1628 ausgefertigtenLehenbrief (A. d. Hofkanzl.) wird die Summe von 150,850 fl. angegeben.Der Mehrbetrag mag auf die gleichzeitig überlassene Herrschaft Priebus ent-fallen.

45) Wahrscheinlich um damit jene Vorschüsse (freilich auf Kosten derGläubiger) zu tilgen.

4») Nach einer Berechnung vom December 1628 (abschriftlich im Kriegs-Archiv) trug Saga» jährlich 34,200 fl. ein.

4°) Acte im KriegsA.