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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallenstein und der König von Schweden.

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nannte, stand es doch auf Reichsbvden, konnte er schon imJahr 1629 von Absichten desselben auf Colberg und andereOrtschaften sprechen "); insgesammt zwingende Gründe, umauf Ernsteres sich gefaßt zu halten.

Daß dergleichen bevorstehen dürfte, verhehlte man sich nir-gends. Hatte doch Wallenstein selbst, noch bevor der Friedemit Polen geschlossen war, einen schwedischen Einfall in Pom-mern sich als möglich gedacht, doch mit dem Beisatz:er kommenur, er wird dort kein Polen finden")." Auch würde es ge-ringen Scharfblick verrathen, wenn Wallenstein den Aeußerun-gen des schwedischen Commissarius Steno Bielke, Barons vonKrockering über die schmähliche Behandlung eines schwedischenAbgeordneten bei dem Friedenscongreß zu Lübeck, über denBeistand, welcher Polen zugesendet werde, über des KönigsVerhältniß zu Stralsund nicht sollte entnommen haben,was sich bereite. Was Tilly wußtet), das mußte der kaiser-liche Feldherr, von dem es ohnehin heißt, er habe allerwärtsKundschafter gehabt, eben so gut wissen, nämlich: daß zu Stock-holm große Betriebsamkeit wahrzunehmen sey, Einverständnissenach allen Seiten angeknüpft würden; daß der König Deutscheals Fußvolk werbe, zwei Reiterregimenter aus dänischem inseinen Sold genommen, Baudissins 1500 Pferde ergänzt habe,mit Geld heimlich die Hansestädte ihn versähe». Daß aberWallenstein Schwedens Absichten durchschaute, zeigen seineBriefe aus dieser Zeit, in deren einem er von des Königs

») Förster Nr. 224.

>6) Brief an Altringer vvm 2S. Mai; Abschr. im Kriegs«,l?) Bielkes Schreiben an Wallenstein aus Stralsund vom 15./ 25. Juni,Wallensteins Antwort vom 29.; im St.A.

ib) Schreiben des Agenten Menzel an denselben aus Hamburg, den28. Aug. 1629; im St.A.v. Harter, Wallenstein.

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