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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Z38

Wallenstein und der König von Schweden.

Vorhaben sprach, den Krieg nach Deutschland zu spielen");bald darauf von dessen Vorrücken; zugleich aber (bei einemFeldherrn, der über 100,000 Mann unter seinen Befehlen zählteund immer noch werben ließ, unbegreiflich) von Mangel anWiderstandskräften, von Erschöpfung der Truppen 20 ). Daß erzu dieser Zeit von Tilly acht Compagnien verlangte, mit demausdrücklichen Beisatzgegen Schweden" ist berichtet worden,und zeigt wenigstens, daß Wallenstein ahnete, was kommendürfte.

Noch ein Jahr früher war es dem Churfürsten von Bayernnicht entgangen, daß von dieser Seite her Gefahr sich bereite.Schweden, ließ er durch seinen Vicecanzlar Richel dem Chur-fürsten von Mainz sagend), Schweden ist der Zeit der Un-katholischen Messias, auf den sie warten, auf den alle ihreHoffnung gerichtet ist. Daß auch der Kaiser gegen die Chur-fürsten von drohenden Kriegsläuften sprach, die schwererwerden dürften, als alle bisher bestandenen, haben wir ver-nommen. Nicht minder blickten die Bundesfürsten immermehr mit Besorgniß in die nahe Zukunft. Sie sahen desKaisers und des Reichs Feinde überall thätig, allerwärtsbemüht, neue Verbindungen anzuknüpfen; daher ihnen dieNothwendigkeit einleuchtete, zwischen des Reichs Gliedern unddessen Oberhaupt das ehevorige Einvernehmen wieder herzu-stellen. Auch Tilly sprach von herannahenden Gefahren. Ertheilte dem Churfürsten von Mainz Verabredungen mit, dieim Haag seyen getroffen worden 21 ): Schweden solle den Winter

^9) Brief Wallensteins vom 2. Sept. 1629; in den Pirnizer A.

20 ) Brief vom 25. Sept.; das.

20 '') Richels Denkschrift an diesen Churfürsten den 18. Nov. 1628; in>Erzczl.A.

2 ') Schreiben an denselben vom 8, Oct.; im Erzcl.A.