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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wnllenstcin und der Köniii von Schweden.

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über den größten Theil seiner Reiterei nach Stralsund legen,von dort Streifzüge in die Nachbarschaft unternehmen und diekaiserlichen Besatzungen aufreiben; auf dem Lande so viel Fuß-volk werben, als er nur immer bekommen könne, wobei Vielevon den Friedländischen ihm zulaufen würden. Indeß hättendie Herzoge von Mecklenburg durch Vertraute die schwedischeWerbung in ihrem Erblande zu fördern, einen Aufstand vorzube-reiten, um die heranrückenden Schweden zu unterstützen. Habeder König erst dort und in Pommern festen Fuß gefaßt, dannsolle der Aufstand vollends ausbrechen, er gegen die Elbe sichwenden, dem durch den Administrator von Magdeburg in die-sem Erzstift und in dem Bisthum Halberstadt anzuzettelndenAufstand die Hand bieten, bei Magdeburg sich lagern, denFriedländischen die Elbe und den Proviant von unten heraufsperren, auch den obersächsischen Kreis gegen den Kaiser auf-hetzen, worauf von den hohen protestantischen Offizieren vielehinüberlaufen würden.

Hätten wohl dem überallhin spähenden und durch zweiJahre schon von solchen Ahnungen erfüllten Wallenstein dieVorkehrungen unbekannt seyn können, welche der König vonSchweden seit dem Friedensschluß mit Polen traf? Er ver-stärkte die Besatzung von Stralsund, ließ Vorräthe und Kricgs-bedarf dahin bringen und bewachte die Häfen von Rostock undWißmar mit solcher Aufmerksamkeit, daß Schiffe weder ein-noch auslaufen konnten. Walmerode sollte daher in des Felv-herrn Namen, der schon im Februar sich groß gemacht, beiEintritt des Frühlings werde er einen Zug zur See unter-nehmen^), den König von Dänemark um die Mitwirkungseiner Kriegsschiffe zu Befreiung der Ostsee angehen; erhieltaber die Antwort: außer sich und dem König von Schweden

22) Dessen Schreiben vom 26 . Febr.; Pirn. A.