Wallenstein und der König von Schweden.
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gewesen seye. Wäre es ihm auch eine Zeit lang nicht bekanntgewesen, so hätte er doch wissen müssen, daß derselbe die Be-satzung in Stralsund bereits auf 9000 Krieger vermehrt habe 2 «);so hätte er seit dem Friedensschluß mit Polen ahnen, hätte ereinsehen müssen, daß vor allem sein Mecklenburg bedroht seye,dessen Souveränetät er doch so hoch anschlug, daß er sich äus-serte: er würde einen doppelten Werth für das Herzogthum inden Erblanden nicht annehmen 2 ?).
Es ist mehrmals in dieser Schrift davon gesprochen wor-den, wie Wallenstein mit gewaltigen Zahlen von Bewaffnetenum sich geworfen habe. Wie er mit 70000 Mann dem Kai-ser Siebenbürgen unterwerfen, ein andermal den Thron vonByzanz für ihn einnehmen wollte, dem pommerschen StiftsvogtBonin von nicht weniger als von 140,000 Mann sprach, mitdenen er dem König von Schweden entgegenstehen werde, da-her er Stralsund nicht räume. Und was geschah jetzt, dadessen Rüstungen so wenig als deren Ziel ein Geheimniß wa-ren ? Welchen Schritten Wallensteins zur Vereitlung desschwedische» Vorhabens begegnen wir? Hätte er einem Ein-fall in das Gebiet des deutschen Reichs auch nicht zuvor-kommen wollen, so mußte er doch zur Abwehr eines solchenmit zureichender Macht in der Nähe der bedrohten Punkte ge-rüstet stehen; mußte er als Feldherr in deren Nähe alles zukräftiger Abwehr Dienliche persönlich leiten. Statt dessen ließer auf einer Küstenstrecke, deren Ausdehnung er früher zuRechtfertigung seiner Werbungen dem Kaiser auf 240 bis250 Meilen angab 2»), 30,000 Mann in weit auseinanderliegenden Quartieren unter Torquato Conti; legte er eine mehr
-S) Häberlin XXVII, 35.
2 ?) Schreibe» Pappenheims von» 10. Jan. 1630; in, A. zu München.2b) Schreiben Wallensteins vom 15. Juli 1629; im St.A.