Buch 
Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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Einleitendes

Die Engel und Menschen sind vollkommener,als die üb rigettGeschöpfe. Gott hal sieerschaffen,daß sie sollten ewig glückselig lwerden : ihre größte Glückseligkeit aber ist diese, daß sie Gottin alle Ewigkeit vollkommen erkennen, lieben, und besitzen.

Unter den Engeln sind einige niemals, andere aber vonGott abgewichen. Jene sind nun ewig glückselig , stehenallen Befehlen Gottes bereitwillig ; und dieser schicket sie zuunterschiedlichen Vckrichtungen. Die andern sind ewig un-glückselig geworden, lind, nachdem sie durch ihre eigene Schulddas größte Elend sich zugezogen, werden sie ißt Teufel genannt. >

Gott hat den Mann und das Weib erschaffen, daß sieewig, wie die Engel, sollten glückselig, und von dem Tode beifreyet seyn: er hat sie erschaffen, sage ich , als heilige undgerechte ; er hat auch sein Gesetz in ihre Herzen geschrieben,damit sie alles, was sie zu thun hatten, gänzlich erkennen, undleicht ausüben könnten.

Nachdem Gott den Menschen gebildet, hat er ihn gleichin das annehmliche Paradies übersetzet, und selbem was garnicht hartes befohlen, nämlich daß er von der Frucht eineseinzigen Baumes nicht essen sollte: Denn an welchem Tagedu davon essen wirst, sagete er,wirft du des Todes sterben.(Genes. 2, 17.)

Allein, leider! das Weib die Evs ließ sich von dem TeufelHinterlisten, und, ohste von einer Begierlichkeit dazu angcrrie-den zu werden, sie, obschon sich das Gewissen bey ihr rüh-ret?, von der verbothen«« Frucht. Adam gab dem Weibe zu-viel nach, und, obschon er nicht hintergangen worden, sondernalles, was er wissen mußte, wohl erkannte, genoß auch er, wasihm verbothen war.

Daher hat das Unheil seinen Ursprung, daher sind über ^das menschliche Geschlecht so viele Armseligkeiten gekommen ; «

denn von der Mutter Eva und dem Vater Adam sind hernach !

alle Menschen hergekommen, welche sie ihrer Sünde theilhaf-tig gemachet, wie auch der Strafen der Sünde, nämlich derUnwissenheit, Begierlichkeit, der sich zugezogenen Beleidigungund Feindschaft Gottes, der Beschwerlichkeiten im Leben, und !des unvermeidlichen Todes, Ohne die mindeste Verweiln»«;

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