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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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Kapitel,.

L

wurden selbe alsogleichaus dem annehmlichenParadiese hinaus-gejaget ; und sie würden in die ewigen Peinen gestürzet seynworden,wennnichtGott sich erbarmer,und sie es bereuet hätten.

Da hat nun der grundgütige Gott zum erstenmal seineBarmherzigkeit den sündigen Menschen gezeiget; indem erdem menschlichen Geschlechte einen Heiland und Erlöser ver-sprach, welcher aber erst nach beyläustig viertausend Jahrengekommen ist.

Unterdessen haben sich die durch die Erbsünde verderbtenMensche,! in allem Laster- und Bosheitöwuste herumgewälrzet. So viele Schandthaten wollte Gott durch eine allgemeinne Überschwemmung vertilgen; und daher sind alle Menschenin dem Wasser umgekommen bis auf den Noe und die Seim-gen. Dieser, nachdem er sammt seiner Gemahlinn, dreyenSöhnen, und dieser ihren Gemahlinnen auf eine wunderlicheWeise in die Überschwemmung nicht gerathen, war nach-mals der Vater aller Menschen, welche in einer kurzen Zeitsich vermehret haben, und angewachsen , ja endlich jenen,die vor der Sündfluth gelebet hatten , nicht nur an Bosheitund Schandthaten gleich gewesen, sondern selbe auch über«troffen haben.

Es ist dann geschehen, daß Gott in den folgenden Zeitenalle Völker auf ihren wegen gehen ließ ; und dennoch hater sich nicht ohne Zeugniß gelassen, (Apost. Eesch. 14,15und 16.) sondern den Abraham und seine Nachkommenschaftauf eine besondere Weise zu seinem Volke gemachet.

Dieses Volk stammele von einem Menschen her , müchetegleichsam nur eine einzige Freundschaft aus, und wurde an-fänglich das hebräische, nachmals das israelitische, endlichdas jüdische genannt. Gott gab ihm durch den Moyses dasauf steinernen Tafeln geschriebene Geseh, öffentliche und be-sondere Gebräuche des Gottsdienstes, herrlichste Verheis-snngen , Anzeigen künftiger Dinge, und überhäufete selbesmit unzählbaren so gar auch übernatürlichen Gutthaten.

Alles dieses macheke doch nicht, daß dieses Volk frömmerwar, und heiliger lebete als die übrigen Völker. Ja es dachteoft nicht mehr an seinen Gott, nahm die Sitten und Bosheit

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