i Kapitel. Z Absah. rr
bcn ist eine Vollkommenheit. Wer dann mehrere vollkomsmcnste Wesen zu seyn vorgiebt, der verneinet einen Gott zrrseyn ; denn jener wäre kein Gott, dem eine Vollkommenheitmangelte. Dieser ist der Vernunstschluß, den TertullianuSgemachet hat. (k5)
F. Wenn nun dieses so begreiflich ist, wie haben dannvormals die in der ganzen Welt hin und wider sich befindendenMenschen mehrere Götter verehren können ?
A. Man muß dieses zuschreiben ihrer sorglosen Blindheitdes Gemüths, und der Verstärkung des Herzens , in welcheGott endlich die Menschen hat gerathen lassen zur Strafe denSünde; von welchem ich hernach was melden werde.
Ich gebe diese Antwort deutlicher.
Es ist jedermann bekannt, in was für einem groben Fehletvormals die ganze Welt gestecket, da selbe eine fürwahr la«chenswürdige Menge der Götter und Halbgötter aufgestellet.Einige verehrereu als einen Gott die Sonne, andere denMond, andere die Sterne. Einige Versehrten unter die Göt-ter die noch lebenden, oder schon verstorbenen Menschen. Esgab schier nichts so schändliches, (O wie thöricht find dirMenschen!) was nicht von einem Volke wie ein Gott ist ver-ehret worden. Die Griechen und Römer waren unter allenVölkern die am beßten gesitteten, und übertrafen sie an Ar-tigkert, spitzfindigem Verstände, und Erfahrenheit in ver-schiedenen Sachen: und dennoch haben sie schändlicher sichverfehlet in der Verehrung falscher Götter, und sind aber-gläubischer gewesen als alle andere Völker. Die Stadt Rom,welche sich pralerisch ausgab für die erleuchteste in der ganzenWelt, und eine Beherrscherinn aller Völker, die StadtRom, sage ich, hat von den Fehlern der ganzen Welt sich dasJoch auflegen lassen , und sogar die größte Ehre sich darausgemachet. Es waren aber nicht nur die ungelehrten undschlechten Leute mit diesem Fehler behaftet, sondern er hiengauch den Gelehrten und Weltweisen an. Daher ist es gekomr_B 3 _ men,
(6) ll^ertulk. l>. söv. KlermvF. o. 4. säv. N3rcion. I<. r,e. z. lle läol.