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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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-r I Theil, r Abtheilung.

men, daß die Christen schier bey vierhundert Jahre auf un-terschiedliche Weise getödter und verfolget find worden; weilsie nämlich frey Herausbekannten, daß es nur einen einzigenGott gebe. Wie oft haben sie deßtvegen mit den Heyden sichherumzanken müssen ? Wie viele Bücher haben sie schreibenmüssen, um die Ungläubigen von dem lasterhaften Dienste derGötter abwendig zu machen ? Viele andere Ursachen mit Still-schweigen zu umgehen, welche den heiligen Augustinus zurHerausgebung seines fürwahr göttlichen Werkesvon der StadtGottes bewogen, war diese eine der kräftigsten, damit er dieErdichttmgen der Götzendiener widerlegen, und dem einigenGott zu feiner billigen Verehrung verhelfen möchte. Wennman nur die ersteren Bücher dieses Werkes durchgeht, mußman billig sich verwundern, daß der heilige Lehrer so vieleMühe darauf gewandt die Falschheit der heydnischen Erfin-dungen aufzudecken: allein zu selber Zeit ließ sich anderesnichts machen. Es ist Niemanden verborgen, daß der heili-ge Ambrosius Bischof zu Mayland durch seine gewiß erstaun-liche Beredsamkeit, nachdrücklichste Beweise, und alles bischöf-liche Ansehen eS bey einem christlichen Kaiser mit harter Mü-he dahingebracht, daß nicht jener berühmte Altar der Sie-gesgöttinn wieder aufgerichtet wurde. Es ist fürwahr auchißt noch leftnswürdig, was der sonst wegen seinem vortrefli-chen Verstände, »»gemeinen Gelehrtheit,und besondern Wohl-redenheit sehr bekannte Symmachus anstatt des Rathes beydem Kaiser gethan habe, um der Siegesgöttinn und den übri-gen falschen Gottheiten der Römer ihre Verehrung, widerwelche sich der heilige Ambrosius sehete, wiederum zu ver-schaffen. (L)

Man sieht also klar, was für einen ungemem verfinstertenVerstand gehabt haben die Menschen, da sie in dem von ihrerGeburt her ihnen anhangenden Verderbnisse gestecket. Mansieht nur gar zu wahr zu seyn jenen Ausspruch des Apostels,(v) daß dieMeuschrn wegen der Sünde bisweil einem verkehr-ten

(6) Viäs H^mmscki kelLtionem» Le 8. epiliolas

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