i Kapitel. 4 Absaß. 27
ist. Wenn du in einer leichten und bekannten Gleichniß alleszu sehen begehrest, will ich es kurz zeigen.
Das Licht wird von der Sonne hervorgebracht, und istvon dieser unterschieden : es hat aber das Licht seinen Glanzeben so lang als die Sonne, weil diese nicht seyn kann, daßsie nicht ihre Srralen von sich werfe, weder die Stralen be-stehen ohne die Sonne. Eben dieses läßt sich auch sagen voneinem jeden leuchtenden Dinge, welches einige LichtSstralenvon sich wirft.
In Gott verhält sich die Sache eben also, aber auf eineweit vollkommenere Weise. Gott der Vater kann nicht da-seyn , daß er nicht den Sohn zeuge: weder der Vater undSohn, daß sie nicht den heiligen Geist hervorbringen. Dennes ist nicht möglich , daß der Vater dasey, ohne daß er sichselbst erkenne, und hiemit den Sohn erzeuge, welcher durchdas selbst Erkennen des Vaters erzeuget wird ; gleichwie dasLicht von der Sonne nur durch die Auöwerfung der Stralenhervorgebracht wird. Es können auch der Vater und Sohn«icht seyn, ohne daß sie einander lieben, und folglich den hei-ligen Geist hervorbringen, welcher von der gegenseitigen Liebedes Vaters und Sohnes herkömmt. (I)
Aus diesem magst du nun erkennen, daß aus dem Her-vorbringen und Hervorgebracht werden nicht folge ein höhe-res oder minderes Alter; wohl aber, daß etwas hervorge-brachtes , wie es auch in leiblichen Dingen oft zu geschehenpflegt, eben so alt seyn könne als dessen Ursprung.
Doch mußt Lu dir deßwegen nicht einbilden, daß auchalles übrige, was dem Geheimnisse der hochheiligen Dreyei-nigkeit eigen ist, durch Gleichnisse, die von natürlichen Din-gen sind hergenommen, deutlich gemachet, und bewiesen wer-den könne. Man muß endlich bekennen, daß dieses Ge-heimniß einem menschlichen Verstände an sich selbst zu hoch,und selbes zu begreifen das Glaubenslicht nothwendig sey.Wir glauben es dann, weil es ist geoffenbart worden; daß
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