2 Kapitel, r Absatz. -y
Gott dem Vater wird zugeeignet, was immer man als«n Werk der Allmacht ansehen kann ; weil nämlich der Va-ter der Ursprung ist der übrigen göttlichen Personen, welchener sein Wesen, seine Allmacht, und alle Vollkommenheitenmittheilet.
Dem göttlichen Sohne schreibt man zu, was eine Weis-heit anzeiget; weil er ist das Wort, und die Weisheit desVaters.
Endlich was immer von der Güte, Liebe, und GnadeGottes etwas hat, das wird ein Werk des heiligen Geistesgenannt; weil der heilige Geist von der gegenseitigen Liebedes Vaters und Sohnes herkömmt.
Allein alles dieses , wie ich schon gemeldet habe, ist einWerk der ganzen Dreyeinigkeit: aus welchem danu abzunel -men ist, daß man billig sagen könne, die ganze Welt sey vondem Vater erschaffen worden, obschon auch der Sohn, und derheilige Geist ihren Theil daran haben.
L. Wie hat Gott den Himmel und die Erde gemachet ?
A. Er hat sie erschaffen, das ist, aus dem Nichts heraus-gezogen. Vormals war nichts von allem dem, was wirißt sehen : Er hat gesprochen , und alles ist geworden ; erhat befohlen,rmd alles ist erschaffen worden. (Psal. 148,5.)
F. Wie sind dann diese Worte zu verstehen: Er hat ge-sprochen? Wie kann Gott etwas reden, da er doch weder ei-ne Zunge, weder Glieder hat?
A. Diese Worte, die nach unserm Verstände sind einge-richtet , wollen nur anzeigen eine Erklärung des göttlichenWillens: und hiemit sind sie also zu verstehen, daß allesnach dem Willen Gottes ist gemachet worden. Einem All-mächtigen ist dieses eigen , daß alles gleich geschehe, was erimmer will. (li)
F. Warum hat Gott den Himmel und die Erde gemachet ?
A. Alles, saget die heilige Schrift, (Sprichw. 16 , 4.)hat der Herr wegen seiner selbst gemachet ; das ist, Gotthat alles erschaffen, seine Gütigkeit, Macht, Gerechtigkeit,
Weiö-
(ö) Llsl. uz. Ac kksl. 6.