Buch 
Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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4r i Theil, i Abtheilung.

geblasen; und der Mensch ist eine lebendige Seele gewor-den. Unter diesem Athem muß man die vernünftige iZeeleverstehen , welche das Leben des menschlichen Leibes ist. (L)

F. Was ist die vernünftige Seele ?

A. Die vernünftige Seele ist ein unsterblicher Geist, webchen Gott erschaffen hat, daß er mit dem menschlichen Leibe !soll vereiniget werden, und ihm das Leben mittheilen. !

L. Wie wissen wir, daß die vernünftige Seele ein Geist,und unsterblich sey ?

A. Der Glauben und die Vernunft lehren uns dieses.

Und zwar der Glauben ; weil dieses sowohl die ganze hei-lige Schrift, als der Zusammenhang aller Glaubenslehrendeutlich beweisen. Wenn die Seele zugleich mit dem Leibestirbt, haben alle Lehren des christlichen Glaubens keinenGrund mehr ; welches wie ungereimt es sey , wird ein jederleicht erkennen mögen aus dem, was hernach in dem Verlausedieses ganzen Buches wird gemeldet werden.

Die Vernunft giebt uns dessen viele Beweise, aus wel-chen ich nur einen nehme.

Dasjenige ist unsterblich, was ein lauterer Geist ist; dennman nennet jenes unsterblich,was nicht verweslich ist: dasjenige !

aber kann nicht verwesen, was keine Theile hat, die sich von-einander absöndern lassen. Was dann ein lauterer Geist ist,an dem sind gar keine Theile, und folglich ist es auch nicht 'jverweslich. s

Nun ist die vernünftige Seele ein lauterer Geist; denn ;was immer sie denket, und durch die Vernunft wirket, ist ab 'les ein Geist, und Nichts leibliches oder materialifches; weil 'etwas materialifches nicht denken, oder eine Vernnnftswir- ^kung hervorbringen kann. Wie man immer etwas materia- >lisches durchsuchet, kann man doch Nichts anderes finden als ^

eine Ausdehnung, Gestalt, und Bewegung. Ungemein weit

sind l

(L) 8. Ambras, öeöonomort. c. y, n. 42. 8. HnF. b. rz '

6 L-v. D. 0» 24» u. 2 A4. Item l.>b. <ie Immart. svim. c. 7 , ^