Buch 
Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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4 Kapitel, 23 Absatz. '

21. Fürwahr kein anderes Volk (Ausser die Juden)konnre das Volk Gottes genannt werden. Dock könnensogar auch die Juden selbst nicht laugnen, daß es unterden übrigen Völkern einige gegeben habe, welche nichtauf der Erde, sondern im Himmel zu der Gemeinschaftder wahren Isracliren und Einwohner des himmlischenVaterlandes gehörcten. Also redet der heilige Augusti-nus. (C)

F. Was mußten diese Völker vor der Ankunft Christithun , um heilig zu leben?

A. Was dieMenschen, wie ich schon gesaget habe, (Imi Abs.diesesKap.) vor der Beruffung desAbraham thun muß-ten. Sie mußten einen Gott glauben, anbelhen, verehrren , und über alles lieben ; den Messias erwarten, und aufihn hoffen ; den Nächsten wie sich selbst lieben, von aller Unrbilligkeit sich enthalten ; nach den Anweisungen der rechtenVernunft und des Gewissens leben.

F. Sind auch einige bekannt, die vor der Ankunft Chri-sti also gelebet?

A. Man liest in der heiligen Schrift, daß der Job undder Melchisedech mehr als andere fromm und heilig gelebet:ja sie haben beyde Christum aus eine besondere Weise, gleich-sam wie ein Vorbild, gezeiget und vorgestellet. Man liestauch nicht nur von ihnen, sondern von noch einigen andernaus diesen Völkern , daß sie Gott erkannt und verehret ha-ben. Unter diese gehören der Jechro der Schwiegervater desMoyses, und die Niniviter, welche auf die PredigtendesJonas Busse gewirket, und durch Bitten die Strafe Got-tes von sich abgewandt haben.

Man darf auch muthmassen,daß vieleicht die Juden durchgöttliche Fürsicht in Assyrien, Babylonien, und sogar in ganzAsien; hernach in Egypten, Griechenland, und Welschlanddeßwegen seyn zerstreuet worden, damit durch das Lesen derheiligen Schrift, welche die Juden nur sich dahin brachten,

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