10 Z Theil. 2 Abtheilung.
III. Der Eingang zu der Messe, warum einige Gebe-the auf der Epistelseite, andere auf der Loange-liumsseire, wiederum andere in der Mitte desAltars gesprochen werden.
F. Wann der Priester zu dem Altare hinaufgegangen ist,was für ein Gebeth spricht er auf der Epistelftite ?
A. Er bethet eine Anliphon, die schier allzeit aus einemVerse eines Psalmes genommen ist. Nach der Anriphon be-thet er den ersten Vers des Psalmes : (Vormals wurde derganze Psalm gebethet) und nach dem Psalme den Vers: DieEhre sey dem Vater :c, welcher nach dem Branche der Kir,che aus einer apostolischen Uebergabe nach allen Psalmenpfiegr gesprochen zu werden, (/l) Endlich wiederholet er dieAmiphsn, welche noch ißt nach jedem Verse des Psalmes ineinigen Kirchen, wenigst an den Hähern Festtagen, wiederho-let wird.
F. Wie wird dieses Gebeth geheissen ?
A. Der Eingang zu der Messe, weil eS von dem Chöregesungen wird, wann der Priester aus der Sacristey zu demAltare geht.
L. Solle auch das Volk den Eingang zu der Messe bethenoder singen ?
A. Dieser Eingang ist anfänglich vorgeschrieben worden,daß er von den Geistlichen und dem Volke sollte gesungenwerden , wie es ißt noch geschieht." Deßwegen bethet derPriester in vielen Kirchen selben nicht besonders ; denn in denalten Zeiten war es nicht der Brauch , daß der Priester jenesbesonders las, was von dem Chöre laut gesungen wurde, weiler nämlich mir dem Chöre sang. Was immer aber bey denHochämtern von dem Chöre gesungen wird, ist sehr gut, daßes bey den stillen Messen von den Anwesenden besonders ge-bethet wird, wenn sie nicht wohl können den Priester selbeslesen hören. F. Warum
(A) )osn. öolis Lsrci. lüb. «lsUivln. ? 5 s!moä. c. 16, §.6»n. i 6c 2.
* Daß dieses in unsern deutschen Kirche,! nicht geschehe, habe ichoben (In dies. Th. 2 Abrh.7. Kap. 22 Abs.) schon angemerket.