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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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7 Kapitel. 22 Absah, z Zahl. n

F. Warum bethet der Priester einige G bekbe auf der E-pistehete, und einige den der Mitte des AtcacS ? Er derberauf der Epistelseite den Eingang zu der Messe, und das übri-ge bis zu dem Evangelium : das Evangelium liest er auf derandern Seite: bey der Mitte des Altars bethet er das DieEhre sey Gott in der Höhe rc, die Glaubenobekennlniß ,und alle Gebethe, welche die Hauptsache des Meßopfers aus-machen : nach dem verrichteten Opfer geht er auf die Epistel-seite , die Postcommumo aldort zu bethen. Wäre es nichtbester alles an einem Orte bethen ? Ich besorge, man möchtedafürhalten, daß hinter dieser vielmaligen Veränderung ei-nige Ungebühr stecke.

2 l. Du mußt nicht muthmassen , daß etwas ungebührli-ches dabey sey; denn also pflegen nur die Gottlosen zu reden,welche, wie der Apostel Judas saget, alles, was sie nichtwissen, lästern. (Br. des h. Jud. 12.) Was immer dieKirche verrichtet, ist wichtig und heilig. Jht will ich dieUrsachen dieses Gebrauches sagen. Man pflegt zwo anzuge-ben , eine dem Buchstaben nach, die andere eine geheimniß-volle. Ich will beyde anzeigen ; aber die geheimnißvolle hatdiesen Brauch nicht aufgebracht, sondern die guten Gedan-ken , welche von desselben Ausübung stnd hergekommen, ha-ben die Gelegenheit zu geheimnißvollen Erklärungen gegeben.Vernimm nun alles.

Nach dem alten Brauche, von welchem viele Anzeigenbey den Messen der Bischöfe, ja in einigen Kirchen auch beyjeden Hochämtern , noch übrig sind , stieg der Priester nichtzu dem Altare hinauf, bis er die Messe der Gläubigen hielt,das ist, das Opfer verrichtete. Bey der Messe der Catechu-menen aber saß der Priester von dem Altare entfernet, undhörete aldort die Epistel an , welche der Subdiacon, unddas Evangelium, welches der Diacon las ; er aber las nichtbesonders , was von andern gelesen wurde, wie es ihr nochbey den Carthäusern und Cluniacensern geschieht, und nachdem neuen parisischen Meßbuchs bey den Hochämtern jedemPriester, der selbe hält, zu thun erlaubet ist. Hernach stel-let«