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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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zr Zehrst. 2'Abtheilung.

der selbes durch längeres Reden müd machen, weder durch,mnühliche Anbringung seiner Gelehrtheit wcirers von demZiele abweichen , weder durch einige Scherze und nnithwilli-ge Possen , welche der Ernsthaftigkeit auf der Kanzel undder Heiligkeit des Ortes zuwider sind, die Leute zum Lachenbringen, * weder einen mir dem Namen durchlassen, wennes nicht auf den Bcftdl des Bischofes die Bcftbafftnheik sei-nes offenbaren Verbrechens, nachdem man ihn zuvor im Ge-heimen , aber umsonst, ermähnet hat, also erfoderk. Kurz:er muß die Stimme, Geberden , Leibesstellung, und Redeselbst also einrichten , danut das Gemüth aller Zuhörer durchdas Licht der Wahrheit erleuchtet werde, und die Herzenvon dem Feuer der Liebe Gottes aufbrinnen.

L. Was solle das Volk thun, um aus diesen Ermah-nungen nnd Lehren einen Nutzen zu schöpfen ?

A. Welche den Pfarrer, wann er die Lehre vorträgt, be-ständig, aufmerksam, ehrerbietig, und gelehrftm anhören ,die ziehen aus diesem einen unaussprechlichen Nutzen.

^.F. Welche Gebethe verkündet der Pfarrer bey dempwncrum?

A. Die

* Wenn jemals, ist gewiß bey den vormals in unserm Deutsch«land so gebräuchlichen und so genannten üstcrmabrlem wider die Ge-sinnung unserer heiligen Kirche gehandelt worden, wo unter demBorwande auf eine lustige nnd annehmliche Weise den Zuhörern guteLehren beyzubrinaen nur gar zu viele Prediger ihr so ansehnlichcs undheiligstes Amt schmählichst entehret habe». Dieser schändlichste Mis-brauch ist endlich in den Verfall gerathen, »nd nachdem schon meh-rere Bischöfe durch herausgegebene Verordnungen in ihren Bißthu-mcrn diesem Unhcile abzuhelfen sich löblichst bemühet haben ,!)tewohl bald , wenn auch die andern nach Gebühr ihnen nachzufolgensich beeifern sollten, gar Nichts mehr davon zu hören semi. Gottgebe, was schon lanae von so vielen ist gewunscheii worden, undmache, daß künftighin allzeit auf unsern Kanzeln vielmehr mir dieBusse und das Reich Gottes verkündet werde, welches zu thu» Chri-stus den ersten Predigern unserer Religion seinen Aposteln und Jün-gern, in der Person dieser aber allen ihren Nachfolgern eifrigst hatanbefohlen, und mit seinem heiligsten Beyspiele nachdrücklichst -e«zeiget.