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2. Man muß mit einem friedsamen Gemüthe zu opferngehen, wie dieses Christus saget: wenn dir deine Gabeauf den Altar legest, und aldsrt dich erinnerst, daß deinBruder etwas wider dich habe, laß aldor: deine Gabebey dem Altare zurück, und geh zuvor hin dich mit dei-nem Bruder zu versöhnen, und alsdann komm, undopfere deine Gabe. (Match. 5, 2g, u. w.) Es ist auch zu-folge dieser Worte vormals der Brauch gewesen, daß vordem Opfern sich alle einander, wie es noch ihr vor der Com-munion geschieht, den Friedenskuß gaben. (L) Deßwegengiebt auch der Priester, wann er das Opfer der Gläubigenübernimmt, jeden, die zu opfern gehen , die Patene, oderdas Crucifixbild, oder seine Hand zum Zeichen des Friedenzu küssen, und saget dabey diese Worte: Der Friede sey mitdir; auf welches jede antworten: Und mit deinem Geiste. *z. Ein jeder muß gerne und freygebig nach seinem Ver-mögen opfern , was zur Unterhaltung der Pfarrer, und zu«Zierde und Verherrlichung der Kirche nothwendig ist. (b)
4. Man muß sich hüten, daß dieser löbliche Brauchnicht, wie es öfters geschieht, wider die Meynung der Kir-che zu einem Zeichen der Pralerey und eitlen Pracht vorgenom-men werde.
Z. Die Pfarrer müssen fleissig besorget seyn, damit jene,welchen es durch die Kirchensahungen verbothen ist, nicht zuopfern gehen. Damit aber dabey Nichts unbescheidenes ge-schehe , ist es gut in zweifelh ästigen Dingen sich bey dem Bi-schöfe zuvor erkundigen.
Vermöge des in unserm Frankreich angenommenen Brau-ches meyne ich, daß man keinen von dem Opfer nnd der Com-munion wegen eines öffentlichen Verbrechens ausschließenmüsse, wenn nicht der Ausspruch des Richters dabey ist,
durch
(L) §. salli'nns N. ^tpolvA. 2 pro Lbriti. n. 85. (k) s
Loriotli. y, 6 äc leg.
* Dieser Brauch wird in unsern Ländern, so viel ich weis, nichtbeobachtet.