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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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7Kapitel. 22Absatz. "Zahl

In den allen Meßbüchern anderer Kirchen steht schier eingleiches. Die Cistercienser sagen aus einem allen Brauche:Gleichwie aus der Seite unsers Herrn Jesu Christi Blutund Wasser ist herausgeflossen : eben also solle auch derwein und das Wasser zur Nachlassung unserer SündenVermischet werden."

Die Griechen schütten zweymal ein Wasser in den Kelch ,i. Ein kaltes : und alsdann sticht der Priester in das Brodmit einer qeweiheten Lanze, und saget: Einer aus denSoldaten hat mit einer Lanze seine Seite eröffnet, undes ist gleich Blut und Wasser herausgefloffen. (Joan. k y,.44.) 2. Nach der Wandlung , ehe der Priester conununi-ciret, stellet der Diacon ein heiffeö Wasser dem Priester zusegnen dar, welches der Priester mir diesen Worten segnet:Gebenedeyet ist allzeit die Hitze deiner Heiligen , itzt undallzeit in alle Ewigkeit. Amen. Darauf schüttet der Dia-con dieses Wasser in das Blut Christi, und saget: Die Hi-tze des Glaubens ist voll von dem heiligen Geiste. Amen.

Dieser Brauch der Griechen ist uralt, und die lateini-sche Kirche hat ihn, wie der gelehrteste Cardinal Bona an-merket , niemals verworfen, obschon einige Gottesgelehrteselben getadelt, weil sie die Gulheissung dieses Brauchesnicht gewußt haben, saget der hochgelehrte Cardinal.

F. Warum läßt die Kirche bey der Messe Wasser in denWein schütten ?

A. i. Damit sie den Brauch, welchen Christus beob-achtet und angezeiget hak, beybehalte.

2. Damit sie das durch diese Vermischung angezeigte Ge-heimniß zu erkennen gebe.

F. Wie wissen wir. daß Christus einen mit Wasser ver-mischten Wein bey der Verwandlung des Kelches gebrauchet-habe?

__ A. Die

* Ob dieser und viele andere besondere Bräuche. welche Pongetda und dort von unterschiedlichen Ordenszeistüchen beybringet, auchin unsern Ländern also beobachtet werden, ist nicht so gar gewiß;denn bey einigen mangelt es an Nachrichten, bey andern aber fichtman osc das Widerspiel.