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9 Kapitel, i Absatz.
allgemeinen Nothfällen muntern die Bischöfe die Leute aufLeu erzürnten Gott auf alle mögliche Weise zu besänftigen.Deßwegen bemühen sie sich durch Fasten, Bittgänge, Abniesen, und öffentliche Aussetzung des hochheiligen Sakra-ments des Altars die Rache Gottes abzuwenden. Sie ge-hen mit feyerlichem Gepränge unter Begleitung der Geistli-chen und des Volkes an jene Orte, an welchen Gott ein Be-schützer zu seyn sich gezeiget hat. Sie lassen Bittgänge indem Bezirke der Städte und Pfarren anstellen , damit Gottdurch das Gebeth der Kirche besänftiget werde, und seineGütigkeit allen Orten und denen, welche daselbst woh-nen, angedeihen lasse.
F. Warum werden zur österlichen Zeit mehrere Umgängeals in den andern Jahrszeiten gehalten ?
A. i. Damit der Seien Gottes, wann-die Erdfrüchtenoch zart sind , und es zu selber Zeit besonders gefährlich mitselben aussieht, durch das Gebeth der Kirche erhalten werde.
2. Vieleicht auch , damit eine Anzeige der unterschiedli-chen Erscheinungen Christi gemacher werde, welche die Apo-stel und Jünger von seiner Auferstehung bis zur Himmel-fahrt gehabt.
F. Warum hält man in vielen Kirchen am AuffahrtStage«inen feyerlichern Umgang als sonst ?
A. Damit das Siegesgepräng Christi bey seiner Him-melfahrt vorgestellet werde.
Aus eben dieser Ursache wird am Tage der Himmelfahrtder seligsten ^Jungfrau Maria in Frankreich ein feyerlichecUmgang gehalten, durch welchen das Siegesgepräng der inden Himmel aufgenommenen heiligste» und jungfräulichenMutter Gottes vorgestellet wird, weil dieses der christlichsteKönig LndovicuS der dreyzehnte verlobet hat, welcher, da-mit er sich und sein Reich dem Schutze der seligsten Jungfrauuntergeben möchte, alle Jahre diesen Umgang zu halten aufewige Zeilen befohlen hat.
L. Warum werden vor dem Umgänge an dem Himmel-fahrtstage zuvor drey Umgänge gehalten, welche man an dendreyen Tage» der Kreutzwoche anstellet?
P r
A. Von