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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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rzs z Theil. 2 Abtheilung.

2. Um dadurch anzuzeigen, was der Apostel saget: wirsind ein guter Geruch Christi an jedem L>rte. ( 2 Br. au-ie Corinkh. 2, i z.)

F. Warum gehen bey einem Umgänge der Geistlichen diejünger» voraus , und dienn höhern Würden folgen nach ?

A. Dieser Brauch kömmt von der Gewohnheit im bür-gerlichen Leben rer; denn die einen vornehmen Herrn, wel-cher mit Ehre und Gepränge irgendwo hingeführet wird, be-gle ten, gehen voraus, und der vornehme Herr kömmt nachjenen, die ihn begleiten. Es hat also bey den Umgangen je-ner , welcher der lehre geht , den vornehmem Ort; wie dannauch bey dem Umgänge mit dem heiligsten Sacrainent desAlrars zuletzt nach den Geistlichen jener geht, welcher denhochheiligen Leib Christi in den Händen trägt.

F. Warum geht nach den Geistlichen das Volk ?

A. Weil die Heerde dem Hirten nachfolget. Indem mmdas nähere Ort bey dem Hirten das vornehmere ist, gehendeßwegen die vornehmer,, unter dem Volke bey den Proceffiornen gleich nach den Geistlichen. Doch weil dieser Brauch zugehen unserm Belieben überlassen ist, und von der unterschied-lichen Gewohnheit der Länder abhängt: deßwegen geht manauch nicht allzeit auf gleiche Weise bey jeden Kirchenum-gängen.

L. Warum nimmt man bey den Processionm nicht ebenjenen Weg bey der Znrückkehr, welchen man im Hinzuge ge-nommen hat?

A. Damit gleichsam ein Kreis gemachet werde, man beydem Umgänge an mehrere Orte komme, und die, wo manvorbeygehr, durch das Kirchengebech gesegnet und geheiliartwerden.

F. Was hat man bey den Umgängen zu beobachten ?

A. i. Man muß den Umgang mit jener Absicht verrich-ten , zu welcher er eingesetzet ist worden; denn man muß Gottim Geiste und in der Wahrheit anbethen. (Ivan. 4, 24.) Esführet stch aber jener wie ein Jud und nicht wie ein Christauf, welcher dem Buchstaben nach sich verhält, den Geistaber und die Absicht nicht erreichet.

2. Man