10 Kapitel. 2 Absatz. 241
liche gehabt, die von den Kicchengütern lebrten. Jeden,die in dem Weinberge Gottes arbeiteten , wurde ihr Theilgegeben, (IZ) und zwar ein grösserer oder kleinerer nach ei-nes jeden Verdiensten, gemäß den Worten des Apostels : DiePriester, welche gut vorstehen, sollen mit doppelter Eh-re belohnet werden, (r Br. an den Timoth. 5, 17.) Die-ses ist eine wahre Bruderschaft.
Uebrigens ist es nicht was neues oder auch schon in denersten Jahrhunderten der Kirche ungewöhnliches, daß welt-liche Leute zu einem guten Werke sich versammelten, und ei-ne Gemeinst.« 'r, um selbes Werk mir Gutheissung der geist-lichen Obern zu verrichten, ohne jedoch die übrigen Standes-pflichten deßwegen zu unterlassen, weder auch ihren weltlichenLebensstand zu verändern, untereinander aufrichteten. Esbrauchet dieses kein Beweisen. Genug ist es, daß in der Kir-che allzeit die Liebe ist ausgeübet worden, welche allen alleswird, damit sie alle gewinne : (l Br. an die Csrinth. y ,22.) welche nicht suchet, was sie angeht: (r Br. an dieCorinth. iz, Z.) welche nicht für sich lebet, sondern fürjene, für welche Christus gestorben und auferstanden ist. (rBr. an die Corinth. 5 , 15.)
Daß man aber selbe gottselige Versammlungen Bruder-schaften heisst, ist nicht was gar altes. Der Namen istneu; die Sache uralt.
F. Solle man die Bruderschaften, weil sie gut, heilig,und der Kirche nützlich sind, in der Kirche beybehalten ?
A. Ja freylich ; wenn nur die deßwegen gemachten Kirrchensatzungen gehalten und beobachtet werden, und man dieMisbräuche unterläßt, welche aus Unwissenheit oder Ve-gierlichkeit bey solchen Dingen einzuschleichen pflegen. Dennwer mag widersprechen, daß es was gutes und heiliges sey,wenn die Gläubigen zur Ehre Gottes, zum Heile der See-len, und zur Ausübung einiger christlichen Liebeswerke eineGemeinschaft aufrichten, wie es die Kirchensahungen haben
wollen?
(6) 6onc. «u. 526, csa. z6,
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