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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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10 Kapitel. 2 Absatz. 241

liche gehabt, die von den Kicchengütern lebrten. Jeden,die in dem Weinberge Gottes arbeiteten , wurde ihr Theilgegeben, (IZ) und zwar ein grösserer oder kleinerer nach ei-nes jeden Verdiensten, gemäß den Worten des Apostels : DiePriester, welche gut vorstehen, sollen mit doppelter Eh-re belohnet werden, (r Br. an den Timoth. 5, 17.) Die-ses ist eine wahre Bruderschaft.

Uebrigens ist es nicht was neues oder auch schon in denersten Jahrhunderten der Kirche ungewöhnliches, daß welt-liche Leute zu einem guten Werke sich versammelten, und ei-ne Gemeinst.« 'r, um selbes Werk mir Gutheissung der geist-lichen Obern zu verrichten, ohne jedoch die übrigen Standes-pflichten deßwegen zu unterlassen, weder auch ihren weltlichenLebensstand zu verändern, untereinander aufrichteten. Esbrauchet dieses kein Beweisen. Genug ist es, daß in der Kir-che allzeit die Liebe ist ausgeübet worden, welche allen alleswird, damit sie alle gewinne : (l Br. an die Csrinth. y ,22.) welche nicht suchet, was sie angeht: (r Br. an dieCorinth. iz, Z.) welche nicht für sich lebet, sondern fürjene, für welche Christus gestorben und auferstanden ist. (rBr. an die Corinth. 5 , 15.)

Daß man aber selbe gottselige Versammlungen Bruder-schaften heisst, ist nicht was gar altes. Der Namen istneu; die Sache uralt.

F. Solle man die Bruderschaften, weil sie gut, heilig,und der Kirche nützlich sind, in der Kirche beybehalten ?

A. Ja freylich ; wenn nur die deßwegen gemachten Kirrchensatzungen gehalten und beobachtet werden, und man dieMisbräuche unterläßt, welche aus Unwissenheit oder Ve-gierlichkeit bey solchen Dingen einzuschleichen pflegen. Dennwer mag widersprechen, daß es was gutes und heiliges sey,wenn die Gläubigen zur Ehre Gottes, zum Heile der See-len, und zur Ausübung einiger christlichen Liebeswerke eineGemeinschaft aufrichten, wie es die Kirchensahungen haben

wollen?

(6) 6onc. «u. 526, csa. z6,

y Band. ü