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der Kirchenrath zu Trier,t (8ess. 146« keform. c 6.) an-gezogen hat: Die Rleidung machet nicht einen Mönch.
Aus dieser guten Andacht ist die löbliche Gewohnheit dasScapulier der Carmeliter , die lederne Gürtel der Einsiedlerdes heiligen Augustinus, die Strickgürtel der Franciftaner,den Rosenkranz der Dominicaner mjt feyerlicbem Geprängeanzunehmen entsprungen. Durch diese Zeichen wird gleich-sam eine Vereinigung mit jenen Orden aufgerichtet, und dieMitbrüder werden erinnert jenen in der Busse und andern Tu-genden nachzufolgen, welche in selben Orden heilig gelebethaben. Diese Gewohnheit tadeln ist fürwahr eine Vermes-senheit; entgegen aber würde auch jener übel daran seyn «welcher seine ganze Frömmigkeit, Andacht, und Hoffnungdes Heils auf solche äusserliche Zeichen gründete, und dabeydas Ziel solcher Bruderschaften vernachlässigen wollte. Indiesem Irrthume mögen viele aus jenen gestecket seyn, welchezum Zeichen der Busse die Kleider der Ordensgeistlichen vordem Tode angezogen haben , wie es ißt noch in Spanien,Welschland , Deutschland rc öfters geschieht.
Eben so muß man von einer andern löblichen Gewohn-heit reden, welche vormals viel im Schwange gieng, daßnämlich die Christen, wann es zum Sterben kam , auf einausgebreitetes Bußkkeid und Asche sich niederlegeten. Die-ses hcchen einige aus den christlichsten Königen * gethan, undes wird noch ißt in den Klöstern der Cistercienser und einigenandern fleissig beobachtet. Wenn diese äusserliche Dinge mit ei-ner innerlichen wahren Andacht, welche sie anzeigen, geschehen,stich sie lobwürdig, und man solle sie beybehalten; wennabch die wahre innerliche Andacht abgeht, gehören sie unterjene Dinge, welche nach dem Buchstaben , der tödtet, undnichtnach dein Geiste, der lebendig machetsind eingerichtet,und sie sind ein Leib ohne Seele. Selbe nutzen sogar nicht,daß sie vielmehr schädlich sind , weil sie eine Gelegenheit ge-ben allzu viel auf diese äußerlichen Zeichen sich zu verlassen ,
und
* Nämlich einige Könige in Frankreich.