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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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3 Theil. 2 Abtheilung.

schlechtes ! bittet für uns Sünder iyt und in der Stundeunsers Todes. Amen. Dieses kann man sechs - oder fünf-zehnmal auf gleiche Weise wiederholen.

Unter diesen Gebethen sind die ersten zwey , die aus demVater unser und englischen Gruffe zusammengesetzet sind ,und von welchen ich oben ( In dies. Abth. 4 und 5 Kap.)schon weitläuftig gehandelt habe, mehr gebräuchlich, alsozwar, daß es überflüssig ist ein mehreres herzusetzen , um zubeweisen, daß derselben Gebrauch heilig und nützlich sey.

F. Was hat man bey dem Bethen des Rosenkranzes oderder Krone der seligsten Jungfrau Maria zu beobachten , oderzu vermeiden?

A. Man muß jenes, was ich oben ( In dies. Abth. 3Kap.) gemeldet, wo ich von dem mündlichen Gebethe ins-gemein gehandelt habe, beobachten oder vermeiden. Malimuß nämlich mit dem Gemüthe, Munde, und Herzen be-then. Besonders muß man sich bey dieser Zusammenfügungöfters wiederholter Gebethe hüten, daß nicht das GemüthHerumschweife, da man mit den Lippen die Worte aussprichr.Man muß bethen wie ein Christ und nicht wie ein Jud , da-»mit man nicht von den Christen bey dem Gebethe die WorteChristi sagen möge, welche er zu den Juden mit dem Pro-pheten Jsaias sprach : Dieses Volk ehret mich mir denLippen, ihr Herz aber ist weit von mir. ( Ist». Ly, rz.Macth. iz, 8.)

F. Ich besorge, daß nicht unter dieser bestimmten Zahlder Gebethe ein Aberglauben zu stecken scheinen möge; dennbey dem Rosenkränze der seligsten Jungfrau Maria bethetman fünfzehnmal das Vater unser und den englischen Grußzehnmal nach jedem Vater unser; bey der Krone aber derseligsten Jungfrau Maria bethet man sechsmal das Vater un-ser und den englischen Gruß zehnmal nach jedem Vater un-ser. Was für ein Geheimniß ist bey dieser Zahl ?

A. Welche diese Weise zu bethen aufgebracht, die ha-ben bey dem Rosenkränze fünfzehnmal das Vater unser zubetken, und nach jedem Vater unser zehnmal den englischenGruß zu sprechen vorgeschrieben, damit das ungelehrte Volk

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