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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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ro Kapitel. 4 Absatz.

mit Verrichtung solche. Gebethe, die ein jeder auswendigweis, sich beschäftigen ! öchke. Damit aber das Gemüth,welches kaum ein und eben selbes Gebeth sooft aufmerksamwiederholen kann, unterdessen mit einem andächtigen Gedan-ken beschäftiget wäre, haben sie eine Zahl ausgesetzet, diemit den fünfzehn Geheimnissen Christi übereinstimmet«, wel-che die seligste Jungfrau und Mutter Gottes zu betrachtenpflog , und an welchen sie einigermassen Theil genommen hat,damit man selbe Geheimnisse unter der Abbethung des Ro-senkranzes betrachten sollte. Bey der Krone aber der selig-sten Jungfrau Maria bethet man drey und dreyffigmal * denenglischen Gruß, damit man sich der drey und dreyßig Jah-re erinnere, welche man Christum auf der Erde gelebet zuhaben gemeiniglich glaubet. Es ist bey diesem Nichts aber-gläubisches , Nichts wider die Vorschrift des katholischenGlaubens, und man sehet auch nicht die Kraft des Gebe-thes eigentlich auf diese Zahl. Daß aber ein und eben sel-bes Gebeth sooft mit einem Vertrauen wiederholet wird, die-ses zeiget die Beständigkeit im Gebethe an.

Vierter Absatz.

Von den andächtigen Gebräuchen, welche die Riechegutheißt : wie auch von jenen, welche sienur geduldet.

F. Heißt die Kirche alle Andachten der Gläubigen, wel-che man gemeiniglich solche zu nennen pflegt, wohl gut ?

A. Einige heißt die Kirche gut, und lobet sie viel; an-dere aber radelt die Kirche, und rottet, soviel es bey ihrsteht, selbe aus; wiederum andere radelt die Kirche, dochgeduldet sie selbe.

Die

* Üben hat Pvuget gesaget: Sechs und sechzigmal; und kurzzuvor sechzigmal , daß also bey einer aus diesen Zahlen ein Fehlermuß eingeschlicheil seyn, wenn nicht etwa gar die letzte Stelle voneinem andern völlig unterschiedenen Gebethe muß verstanden werden,und es etwa heißen sollte : Bey der Lronc Christ, aber bckhrrman drey und dreyssigmal den englischen Gruß, damitman rc.