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ro Kapitel. 4 Absatz.
mit Verrichtung solche. Gebethe, die ein jeder auswendigweis, sich beschäftigen ! öchke. Damit aber das Gemüth,welches kaum ein und eben selbes Gebeth sooft aufmerksamwiederholen kann, unterdessen mit einem andächtigen Gedan-ken beschäftiget wäre, haben sie eine Zahl ausgesetzet, diemit den fünfzehn Geheimnissen Christi übereinstimmet«, wel-che die seligste Jungfrau und Mutter Gottes zu betrachtenpflog , und an welchen sie einigermassen Theil genommen hat,damit man selbe Geheimnisse unter der Abbethung des Ro-senkranzes betrachten sollte. Bey der Krone aber der selig-sten Jungfrau Maria bethet man drey und dreyffigmal * denenglischen Gruß, damit man sich der drey und dreyßig Jah-re erinnere, welche man Christum auf der Erde gelebet zuhaben gemeiniglich glaubet. Es ist bey diesem Nichts aber-gläubisches , Nichts wider die Vorschrift des katholischenGlaubens, und man sehet auch nicht die Kraft des Gebe-thes eigentlich auf diese Zahl. Daß aber ein und eben sel-bes Gebeth sooft mit einem Vertrauen wiederholet wird, die-ses zeiget die Beständigkeit im Gebethe an.
Vierter Absatz.
Von den andächtigen Gebräuchen, welche die Riechegutheißt : wie auch von jenen, welche sienur geduldet.
F. Heißt die Kirche alle Andachten der Gläubigen, wel-che man gemeiniglich solche zu nennen pflegt, wohl gut ?
A. Einige heißt die Kirche gut, und lobet sie viel; an-dere aber radelt die Kirche, und rottet, soviel es bey ihrsteht, selbe aus; wiederum andere radelt die Kirche, dochgeduldet sie selbe.
———— Die
* Üben hat Pvuget gesaget: Sechs und sechzigmal; und kurzzuvor sechzigmal , daß also bey einer aus diesen Zahlen ein Fehlermuß eingeschlicheil seyn, wenn nicht etwa gar die letzte Stelle voneinem andern völlig unterschiedenen Gebethe muß verstanden werden,und es etwa heißen sollte : Bey der Lronc Christ, aber bckhrrman drey und dreyssigmal den englischen Gruß, damitman rc.