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z Theil. 2 Abtheilung.
Die Kirche heißt gut und lobet, was immer heilig, bil-lig , und löblich ist, was immer eine wahre Andacht enthalt,was immer nach den Glanbensregeln , Lehre der heiligen Vä-rer, der Uebergabe und Kirchenzucht eingerichtet ist : kurz,was immer erbaulich ist, und zur wahren Verehrung Got-tes und dem Heile der Seelen etwas beytrage!, kann.
Sie tadelt und rottet aus, was immer von der Vor-schrift des Glaubens und guter Sitten entfernet ist, oderunter keinem Vorwande mag geduldet werden.
Sie tadelt und bemühet sich auszurotten, geduldet aberdoch einige Misbräuche, welche entweder die Unwissenheitoder eine unächte Andacht eingeführet hat; und die zwar denGesinnungen der Kirche zuwiderlaufen , aber doch von derVorschrift des Glaubens und guter Sitten nicht gänzlich ent-fernet sind. Es giebt einige Dinge, welche sich ohne grosseAergerniß nicht verbessern lassen. Andere Dinge sind, wel-che es wegen der Uebel, die daraus entstehen würden, besserist zu gedulden als verbessern. Oft muß man die kleinern Ue-bel geduldig nachsehen, damit nicht grössere aus der Verbes-serung der kleinen entstehen. Man muß die Strenge einwenig massigen , saget der heilige Augustinus , damit diewahre Liebe grössere, Uebeln abhelfen möge. (Lpist. l8Z,nl. zo nci Louis. c. ic>, ». 45. ) Dieses würde nicht ge-schehen , saget eben selber, (lbitl. u. 44.) weil es fürwahrnickt geschehen müßte, wenn nicht durch die Ersetzungdes Frieden selbst geholfen würde...... Man machet ei-ne Wunde in dem Baume, damit durch eben diese Wun-de die Kinder der katholischen Mutter das Leben erhal-ten. (^)
F. Was ist zu thun, wenn wir Misbräuche sehen,welche die Kirche zwar nicht gutheißt, aber doch geduldet ?
A. Man muß sanftmüthig gedulden, was die Kirchegeduldet. Wenn die Kirche weis, daß etwas nicht rechtist, und dennoch schweigt, muß man auch schweigen. Doch
muß
8. LuZust. s. L aä Ingniüt. ssnusr. Lpiü. ZZ, al. ny»c- ZZ.