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r l Kapilel.
darf nicht zweifeln, daß die hochheiligen Worte des Evange-liums eine grosse Kraft haben jenes , was wir demüthig nonGott begehren, zu erlangen, die Krankheiten zu heilen, dieTeufel zu vertreiben. Durch diesen Brauch bezeigen wirden verehrungswürdigcn Worten des Evangeliums, das ist,Christo selbst, welcher die Wahrheit ist, eine Hochschähungund Ehrerbietigkeit. Dieses kann Christus fürwahr nichtverwerfen.
Allein weil es oft geschieht, daß böse und von dem hölli-schen Geiste angetriebene Leute die beßten und heiligsten Din.-ge zu ihrem und anderer Verderben misbrauchen : hat dieKirchenversammlung zu Seligenstadt, ( Canon. io. ) alses in einigen deutschen Landschaften sich zugetragen , daß beydiesem heiligen Brauche einige abergläubische Dinge einge-schlichen , dieses Brauches sich zu bedienen jenen verbothen,welche selben zu einer Wahrsagung misbraucheten; gleichwiees ihn mit Rechte völlig hatte aufheben können und auch müs-sen , wenn der bey selbem eingeschlichene Aberglauben nichtanders hätte können aufgehoben werden.
( Man kann über die von der Kirche entweder gutgeheis-senen, oder nur geduldeten Bräuche noch viele andere Fra-gen sehen; allein dergleichen Fragen sind aus den Saßen,welche ich in dem Verlaufe dieses ganzen Weckes beygebrachthabe, leicht aufzulösen.)
Eilst es Kapitel.
Von der Visitation oder Rirchenuntersuchung desBischofes.
F. HVarum untersuchet der Bischof jede in seinem Gebielhegelegene Kirchen?
2l. i. Damit er nach der Ermahnung des Salomon dieBeschaffenheit seiner Heerde wohl einsehen, und seine Germcinde kennen möge; denn er wird dieses nicht allzeitthun können. (^prichw. 27 , 2Z.)
r. Da-